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14.02.2012 - Die große Liebe des "Alten Dessauers" (Fürst Leopold I. von Anhalt–Dessau)

Statue von Leopold I. von Anhalt-Dessau vor Marienkirche in DessauDen heutigen Valentinstag, den Tag der Liebenden, möchten wir zum Anlass nehmen, Ihnen von einer ganz besonderen Liebesgeschichte aus Anhalt zu berichten. Eine Liebe, die Gegner hatte, aber die sich durchzusetzen wusste.

Bekannt als der „Alter Dessauer“ war Leopold I. von Anhalt-Dessau ein begnadeter Soldat und Heerführer der preußischen Armee. Er hatte aber auch eine sanfte und liebenswürdige Seite. Die zeigte sich besonders in der Liebe zu seiner Frau. Schon früh verliebte sich Leopold in die Apothekerstochter Anna-Luise Föhse. Für die Mutter Leopolds, Henriette Katharina von Oranien war diese Liebe jedoch nicht „von Stande“, denn sollten aus dieser Verbindung einmal Kinder hervorgehen, so wären diese nicht erbfähig. So schickte sie ihren Sohn 1693 auf eine 14-monatige Reise außerhalb des Landes, in der Hoffnung, er würde hierbei Anna-Luise vergessen.
Doch selbst nach seiner Wiederkehr schwärmte Leopold von seiner Jugendliebe und plante sie zu heiraten.
Leopold war ein eifersüchtiger Mann und so musste ein Verwandter der Familie Föhse sein Leben lassen, als er von Leopold dabei erwischt wurde, wie er mit der Apothekerstochter sprach. Als Nebenbuhler verdächtigt, stach Leopold ihn nieder.
Obwohl seine Mutter noch immer nicht ihren Segen dazu gab, heiratete der Fürst ein Jahr später seine Jugendliebe Anna-Luise Föhse.
Mit der Heirat einer Bürgerlichen verstieß Leopold gegen alle guten Sitten und setzte den Bestand des Fürstentums aufs Spiel, da die aus dieser Ehe entstehende Nachfahren aufgrund der Bürgerlichkeit ihrer Mutter nicht erbfähig sein würden. Aus Liebe zu seiner Frau kaufte Fürst Leopold 1701 beim Kaiser, gegen die hohe Summe von 92.000 Talern, den Titel der Reichsgräfin für seine Gemahlin.
Nun war die Ehe ebenbürtig, die Kinder erbfähig und das Verhältnis zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter wurde von Mal zu Mal besser.
Das Bündnis der beiden Liebenden soll innig und glücklich gewesen sein, Anna wusste ihren schroffen Leopold zu nehmen und war stets an seiner Seite. So begleitete sie ihn Anfangs sogar bis nach Italien in den Krieg und als er verwundet wurde, pflegte sie ihn. Da aus der Fürstenehe zehn Kinder hervorgingen, musste Anna später in Dessau bei der Kinderschar bleiben und regierte von dort aus das Reich.
Leopold schrieb ihr regelmäßig Briefe, in denen er sie zärtlich „Wiesgen“ nannte.
Natürlich wollen wir zum Schluss noch bemerken, dass diese Jugendliebe bis zum Tode der beiden hielt.
 



Kalenderblatt vom 14.02.2012

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