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14.06.2012 - Das Dessau–Wörlitzer Gartenreich - Ein Gartenreich als Gesamtkunstwerk (Teil 1)

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Foto: Jürgen Leindecker, Anhaltischer HeimatbundIn Sachsen–Anhalt befindet sich eine einzigartige Gartenlandschaft mit ausgedehnten Wiesen und Wäldern und zahlreichen Schlössern, die zum Wandern, Fahrradfahren und Erholen einlädt.
Das Gartenreich Dessau–Wörlitz umfasst hauptsächlich das Gebiet des damaligen Fürstentums Anhalt–Dessau und gilt als der erste Landschaftsgarten Europas und eine in ihrer Art einmalige Anlage auf unserem Kontinent.
Gründer dieser wunderbaren Landschaft ist Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, der seine Ideen auf Reisen mit seinem Freund Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff nach England, Frankreich und Italien sammelte.
Mit dem Ziel einer Verbindung von Natur, Architektur und Landschaftsplanung gestaltete der Fürst zusammen mit Erdmannsdorff von 1760–1817 entlang der mittleren Elbe und der unteren Mulde das Gartenreich. Den Ausgangspunkt bildete Wörlitz. Hier entstand das Landhaus (1769-1773), das erste klassizistische Gebäude Deutschlands. In den nächsten Jahrzehnten folgten die Anlagen Luisium, Georgium, der Sieglitzer Berg und der Kühnauer Park. Bereits vorhandene ältere Werke wie der Tiergarten oder das Schloss Mosigkau wurden in die Planung mit einbezogen.
Auf dem Gebiet zwischen Dessau und Wittenberg erstrecken sich auf über 142 km² bepflanzte Deiche, Alleen, ganze Wiesen und Obstpflanzungen und bilden so ein Netz, welches den Ursprungsort Wörlitz mit den anderen Gärten verbindet.
Bei der Gestaltung legten die Erbauer besonderen Wert darauf, dass an anderen Orten gesehene Bauwerke nicht kopiert wurden, sondern die Ideen über die Vorbilder hinauswuchsen. So findet man heute die verschiedensten Kunstgattungen von der Antike bis zur Neuzeit vor.
Nahezu eine Reform bildete die freie Zugänglichkeit der Anlagen für die Öffentlichkeit. Damit bezweckte der Naturfreund Fürst Leopold III. eine Pädagogik nach der Philosophie Rousseaus und vermittelte mit seltenen Gehölzen und Pflanzen Bildung für Jedermann. Aber auch die architektonischen Werke des Gartenreiches stellten wichtige Ausgangspunkte für die Entwicklung Mitteleuropas dar, so entstanden mit einigen Bauten die ersten ihres Baustils in Deutschland oder gar Mitteleuropa.
Bei einem Besuch in den Wörlitzer Anlagen fällt sicher jedem auf, dass es viele Brücken gibt, vor allem Brücken in den verschiedensten Konstruktionen und aus unterschiedlichsten Materialien. Von einem einfachen Baumstamm über eine Inkabrücke bis hin zur damals modernen Eisenbrücke gibt es immer eine Möglichkeit, um an das andere Ufer zu gelangen.
Das Dessau–Wörlitzer Gartenreich ist seit 1988 Teil des Biosphärenreservats und seit dem Jahr 2000 auch ein Weltkulturerbe der UNESCO.

Mehr über das Dessau-Wörlitzer Gartenreich erfahren Sie unter www.gartenreich.com oder www.gartenreich.net.



Kalenderblatt vom 14.06.2012

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