HomeStartseiteKalenderblätter

15.01.2012 - Die Sage von den Schatzgräbern aus Harzgerode

In Harzgerode wollten damals zwei Holzfäller reich werdenViele Orte im ganzen Land sind von Sagen umrankt, so auch das schöne Städtchen Harzgerode, von dem wir heute eine unheimliche Sage erzählen wollen.

Vor langer Zeit waren einmal zwei sehr arme Holzfäller im Wald von Harzgerode beschäftigt. Die zwei waren so arm, dass sie oftmals nicht wussten, wie sie ihre Familien ernähren sollten.
Eines Tages stand plötzlich ein furchterregender Mann vor ihnen, eine Gestalt mit zottelig, schwarzem Haar, einer langen Hakennase und dunklen stechenden Augen. Die Gestalt fing an zu schimpfen: „ Ihr Harzleute seid schon ein dummes Volk! Ihr habt mehr Geld unter euren Füßen als andere im Geldsack!“
 Nachdem sich die überraschten Holzfäller gefangen hatten, forderten sie den Alten auf, ihnen doch zu zeigen wo das besagte Geld liegen würde.
„Gut“, meinte der Fremde, „seid heute Abend, eine Stunde vor Mitternacht an diesem Platz und ich zeige euch, wo Gold und Silber zu finden ist.“ Aber er betonte auch: „ Ihr dürft mit keinem drüber sprechen und auch wenn ihr das Gold hebt, keine Silbe darüber verlieren.“
So kam es, dass die Männer sich des Nachts auch rechtzeitig an der verabredeten Stelle wiederfanden, bepackt mit Laterne und Hacke. Auf einer Lichtung zog der alte Mann einen Kreis und befahl den Holzfällern, dort zu graben. Während die sich eifrig an die Arbeit machten, schrieb der Fremde seltsame Zeichen in die Luft. Kurz darauf stieß einer der Holzfäller auf eine Erzader! Doch sowie das Klirren des Spaten verhallte, tat sich ein Sturm auf und unheimliche Gestalten, rammten Pfähle in die Erde und bauten einen Galgen. Sie sprangen drum herum und sangen: „Wen bergen wir in dieser Gruft? Der atmet froh nach Waldesluft, der gräbt nach Gold noch, gräbt und gräbt, weiß nicht dass ihn der Tod umschwebt!“ Die beiden Holzfäller, starr vor Angst, erinnerten sich an die Worte des Fremden und sagten keine Silbe. So tanzten und sangen die gräulichen Gestalten weiter: „Wen hängen dann zu Schmuck und Zier, an diesen schönen Galgen wir? Den mit dem schwarzen Hosenstreif, der wäre lange für uns reif!“ Der, von dem sie sangen, hieß Klaus Hagenbrock, und eben dieser arme Holzfäller meinte nun, sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Die Gestalten sangen wieder und da raubte es dem armen Hagenbrock den Verstand und er schrie: „ Ihr Teufelsbrut! Hängt, wen ihr wollt, aber nicht mich!“ Doch sowie seine Worte auch verhallt waren, so versank auch schon der Schatz in der Tiefe, die Geister verpassten dem Angsthasen eine schallende Ohrfeige und verschwanden so wie sie kamen.
Seit dieser Nacht ging nie wieder ein Mensch zum Schatzgraben nach Harzgerode und so wartet alles Gold und Silber noch heute in der Erde.

Also, wer schweigsamer und beherzter als Klaus Hagenbrock ist, soll gehen und graben!

Quelle-Text: Online im Internet: URL: http://www.harzer-sagen.harz-urlaub.de/ortssagen/harzgerode/harzgerode-schatzgraeber.htm [Stand: 12.01.2012]

 



Kalenderblatt vom 15.01.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen