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15.03.2012 - Hoym – Vom Pfandobjekt zur Residenzstadt

Wappen von HoymIm nördlichen Harzvorland am Fluss Selke liegt das kleine Städtchen Hoym, welches heute als Ortsteil zur Stadt Seeland gehört.
Hoym wurde 961 erstmals in einer Urkunde erwähnt und war seit 1300 Stammsitz des Adelsgeschlechts Hoym, welches im 17. Jahrhundert nach Sachsen übersiedelte.
Im Mittelalter bildete der Ort eine Straßensperre für durchreisende Kaufleute. Die damals sehr breite Selke war nur über einen einzigen Weg passierbar und dieser wurde von einer Wasserburg versperrt. Wollte man die Selke überqueren, so musste man hier Zoll bezahlen. Daher war Hoym ein sehr beliebtes Pfandobjekt und wechselte ständig seinen Herrn, bis die Einwohner selbst 1500 Gulden als Pfandsumme an Fürst Wolfgang von Anhalt zahlten.
1540 erhielt Hoym das Stadtrecht und damit ein Wappen, welches einen aufgerichteten Bären zeigt.
1677 verkaufte Christian Julius von Hoym seinen Stammsitz an Victor Amadeus Herzog von Anhalt, Enger und Westfalen, und der Ort wurde zur Residenzstadt des Fürstentums Anhalt- Bernburg – Hoym.
Victor Amadeus ließ die alte Wasserburg abreißen und ein Schloss für seinen Sohn Leberecht errichten, welches 1720 fertig gestellt wurde. Nach Leberecht wurde das Schloss zeitweilig von Fürst Alexius Friedrich Christian genutzt, bis, Mitte des 19. Jahrhunderts, der letzte Herzog von Anhalt – Bernburg, Alexander Carl, dort einzog. Der geisteskranke Herzog lebte in Hoym bis zu seinem Tod 1863, an seiner Seite sein ständiger Begleiter und treuer Freund Wilhelm von Kügelgen.
Heute dient das ehemalige Schloss als Heim für behinderte Menschen.
 



Kalenderblatt vom 15.03.2012

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