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15.06.2012 - Das Dessau–Wörlitzer Gartenreich - Ein Gartenreich als Gesamtkunstwerk (Teil 2)

Schloss WörlitzIn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verwirklichte Fürst Leopold III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau seinen Traum und verwandelte einen Großteil seines Fürstentums in eine einzigartige Gartenlandschaft.
Zusammen mit seinem Freund, dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, entwarf er eine prachtvolle Parkanlage. Dabei ließ er sich von den Eindrücken, die er auf seinen zahlreichen Reisen, vor allem durch England, sammelte, inspirieren und ließ diese in seine Entwürfe einfließen.
Für die Anlagen, die sich heute auf einer Fläche von 142 km² erstrecken, stellte er eine große Anzahl von Gärtnern, Deichbauern, Förstern und Landwirten ein, die das Gartenreich bewirtschafteten und pflegten.
Ein augenscheinliches Merkmal für die Dessau–Wörlitzer Anlagen ist ihr grenzenloser Übergang in die umliegende Landschaft. Lediglich einige mächtige Alteichen oder gezielt gepflanzte Eichenwiesen kennzeichnen einen Übergang.
Wie bereits erwähnt, besteht das Dessau–Wörlitzer Gartenreich aus mehreren Anlagen rund um Dessau, Oranienbaum und Wörlitz.
Die wichtigsten Punkte im Gartenreich werden im Folgenden kurz vorgestellt:
Mit Wörlitz begann die Entstehung des Parks. Das sich in Wörlitz befindliche Schloss bildet den Gründerbau des deutschen Klassizismus. In dem für den Fürsten Franz errichteten Gebäude besteht noch heute die originale Inneneinrichtung aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.
Ebenso wie das Schloss findet man in den Wörlitzer Anlagen das Gotische Haus, welches eine einmalige Sammlung von Glasgemälden aus dem 15. – 17. Jahrhundert beherbergt.
Von einem weiteren kunsthistorisch wertvollen Park im englischen Stil umgeben, ist das Georgium, welches von Prinz Johann Georg, einem Bruder des Gründers, geschaffen wurde.
Die Fürstin Louise von Anhalt-Dessau besaß dagegen mit dem Luisium, einem klassizistischen Landsitz, Erdmannsdorffs Meisterwerk, wogegen in Mosigkau die Prinzessin Wilhelmine von Anhalt-Dessau ein Rokoko-Schloss als Sommerresidenz bauen ließ.
Ein ganzes Ensemble befindet sich in Oranienbaum, hier bilden Stadt, Schloss und Park eine weitgehend niederländisch geprägte barocke Anlage.
Den Abschluss der Parkerbauung bildete das Schloss mit Park in Großkühnau, welches 1780 für den Prinzen Albert von Anhalt–Dessau geschaffen wurde. Hier hat seit 1998 die Hauptverwaltung der Kulturstiftung Dessau–Wörlitz ihren Sitz.
Zum Schluss sollen noch zwei weitere Landschaften nicht unerwähnt bleiben, die jedoch weniger mit prachtvoller Architektur als mit bewundernswerter Natur glänzen.
Die Rede ist zum einen vom Biosphärenreservat Mittelelbe, welches seit 1988 großflächig mit dem Gartenreich verflochten ist.
Den ruhigsten Ort findet man mit Sicherheit jedoch im FriedWald bei Oranienbaum. Dieser artenreiche Laubwald bietet eine neue alternative Form der Bestattung, denn hier wird die Asche verstorbener Mitmenschen in biologisch abbaubaren Urnen unter den Bäumen beigesetzt.

Mehr über das Dessau-Wörlitzer Gartenreich erfahren Sie unter www.gartenreich.com oder www.gartenreich.net.



Kalenderblatt vom 15.06.2012

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