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16.02.2012 - Ein prunkvolles Schloss mit kurzer Ära

Blick auf den Innenhof vom Schloss PlötzkauAuf einem Felsvorsprung unweit der Saale thront das wunderbare Renaissanceschloss von Plötzkau. Fürst Bernhard ließ es einst von 1566 – 1573 aus den alten Mauern einer Burg errichten.
Mit über 70 Gemächern und Sälen war die Residenz des Fürsten so groß und anschaulich, dass es, auch heute noch, weithin sichtbar war und ist.
Sehenswert ist der Sandsteinkamin im ehemaligen Fürstensaal, der seit seiner Vollendung 1567 unverändert existiert. Ebenso von beachtlicher Schönheit ist die Stuckdecke, die die Initialen von Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg enthält, der ab 1715 für einige Jahre dort residierte.
Nachdem im 18. Jahrhundert die Residenz in dem Schloss aufgegeben wurde, diente die Anlage zeitweilig als Lackwarenfabrik und im 19. Jahrhundert sogar als „Straf- und Besserungsanstalt“. Durch Einsperren und ständige Beschäftigung sollten Landstreicher, Trunkenbolde oder entlassene Insassen eines Zuchthauses an die ordentliche Lebensweise herangeführt werden.
Nach 1945 war das Schloss Plötzkau für einige Zeit von Flüchtlingen bewohnt, später dienten die Räumlichkeiten als Museumsdepot.
Ein Großteil des Gebäudes steht heute leer, da das prunkvolle Renaissanceschloss aufgrund seiner enormen Größe eine angemessene Nutzung nur schwer möglich macht. Die Anlage gilt jedoch als ein anschauliches Beispiel für den typischen Schlossbau in unserer Region. Es ist sehr gut erhalten, da es jeden Krieg völlig unbeschadet überstand.

Wussten Sie, dass das Plötzkauer Schloss, welches als Residenzort des Fürstentums Anhalt-Plötzkau erbaut wurde, mit seinen gerade einmal 40 Quadratkilometern und 2.000 Bewohnern, das kleinste Fürstentum im gesamten Deutschen Reich war und lediglich 54 Jahre lang bestand?
 



Kalenderblatt vom 16.02.2012

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