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16.05.2012 - Chajim Heymann Steinthal – Sprachgenie und Philologe aus Anhalt

Jüdischer Friedhof in Berlin-WeißenseeAm 16. Mai 1823 erblickte der spätere Sprachwissenschaftler, Chajim Heymann Steinthal in Gröbzig das Licht der Welt. Während er hier seine Kindheit und Jugendjahre verbrachte und seinen Abschluss an der Franzschule in Dessau absolvierte, zog es ihn anschließend nach Berlin, wo er Sprachwissenschaften und Mythologie studierte.
Steinthal war ein deutscher Philologe und Philosoph mit außergewöhnlicher Sprachbegabung. Als einer der repräsentativsten deutschen Sprachwissenschaftler beherrschte er mehr als 28 Sprachen. So zum Beispiel: Mandschu, afrikanische Dialekte, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Griechisch, Hebräisch und Tibetisch.
1849 promovierte an der Berliner Universität und wurde dort ein Jahr später zum Privatdozenten für Philologie und Mythologie ernannt. Ab 1872 lehrte Steinthal an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und war außerdem Mitglied des Talmund-Thora-Instituts.
1852 zog es ihn für zwei Jahre nach Paris, wo er sich dem Studium der chinesischen Sprache widmete. Steinthal gehörte 1869 zu den Gründungmitgliedern der Berliner „Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und der Urgeschichte“. Gemeinsam mit seinem Freund und Schwager Moritz Lazarus veröffentlichte er 1860 die Zeitschrift „Völkerphysiologie und Sprachwissenschaft“. Damit hatten beide den Grundstein für die neue Völkerphysiologie gelegt. Als ein großer Verfechter von Wilhelm von Humboldts Theorien, verlegte er 1884 auch dessen sprachwissenschaftliche Werke.
Chajim Heymann Steinthal ist am 14. März 1899 in Berlin verstorben. Sein Grabmal befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Berlin – Weißensee.
 



Kalenderblatt vom 16.05.2012

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