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16.09.2012 - Großmühlingen

Inmitten der Magdeburger Börde liegen die Kirchengemeinden Großmühlingen, Kleinmühlingen und Eickendorf. Die Region wurde schon immer von der Landwirtschaft geprägt. Der Boden war fruchtbar und sorgte bei den Bauern für Wohlstand. Der Großmühlinger Pfarrer und Heimatforscher Loose erkannte die Besonderheit dieser Landschaft. Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Dorfes und schrieb die Ergebnisse seiner Forschungen in einer dreibändigen, handgeschriebenen Chronik nieder. Diese befindet sich im Archiv des Pfarrhauses.
Die Ersterwähnung des Ortes am 13. September 936 wurde in der Übertragung eines Teils der Einnahmen des Ortes „Mulinga“ an den Stift Quedlinburg durch König Otto I. dargestellt. Die vermutlich im Jahr 1195 errichtete Burg erinnert an die Herrschaft der Grafen von Barby und Mühlingen. Die erste Urkunde stammt aus dem Jahr 1318. Zwischen den Jahren 1219-1233 lebte in der Burg Eike von Repgow und schrieb hier Teile des Sachsenspiegels. Der Wiederaufbau erfolgte im Auftrag des Grafen Albrecht von Arnstein. Die Erscheinungsform als Schloss im Stil der Renaissance geht zurück bis auf Graf Wolfgang I.. Ab dem Jahr 1531 war das Schloss die Residenz der Grafen von Barby. Im Jahr 1602 wurden ein Untergeschoss mit einem Netzrippengewölbe und ein Rittersaal mit Stuckrelief dekoriert. Auch die Wände und die Decken wurden mit Stuckaturen ausgestattet. Für diese Ausstattung sorgte Wolfgang der II..
Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss schwer verwüstet und damit die Zeit der Residenz des Grafen von Barby beendet. Im Jahre 1669 errichtete Fürst Anton Günter von Anhalt-Zerbst das Gebäude als seinen Wohnsitz. Der Nordflügel des Schlosses wurde vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vom Schlosshauptmann bewohnt. Er führte das Kommando von bis zu 30 Schlosssoldaten. Von 1705–1714 wurde der pavillonartige Mittelbau im Stil des Barocks errichtet. Ab 1797 wurde das Schloss als Amtssitz genutzt. In den Jahren von 1980–2000 wurden notwendige Rekonstruktionen an dem Gebäude durchgeführt.
Seit 1994 befindet sich das Schloss im Privatbesitz. Erworben wurde das Schloss, als Wirtschafthaus der Freien Berufe Sachsen-Anhalt, von dem Vorsitzenden, Herrn Michael Rösch. In den vergangenen Jahren fanden hier regelmäßig Konzerte und Ausstellungen, Sitzungen und Konferenzen statt. Es wurden Tage der offenen Tür, eine Führung in die Schloss- und Parkanlage sowie Spaziergänge und Ruhestunden angeboten. In gemütlicher Atmosphäre gab es Kaffee und Kuchen, kleine Mittagessen, Bier und Wein zur Verkostung. Fast zwanzig Jahre diente das Schloss als ein Ort für Kommunikation, Wirtschaftspolitik, Kultur und Geschichte.
Heute wird das Schloss nur noch privat genutzt.
 



Kalenderblatt vom 16.09.2012

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