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16.10.2012 - Karl Wilhelm von Anhalt-Zerbst und der Friederikengarten

Karl Wilhelm von Anhalt-ZerbstAls dritter Sohn von Fürst Johann von Anhalt-Zerbst (1621-1667) und Sophie Auguste (1630–1680) wurde Karl Wilhelm am 16. Oktober 1652 in Zerbst geboren. Sein Vater starb bereits im Jahre 1667. Da Karl Wilhelm beim Tode seines Vaters noch minderjährig war, regierte seine Mutter von 1667 bis 1674 gemeinsam mit Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt und Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau vormundschaftlich. Er war der Gründer das Zerbster Schlosses (1681) und der lutherischen Kirche St. Trinitatiskirche, welche beide 1696 eingeweiht wurden. Er und seine drei Brüder vollendeten die Ideen und Planungen des Vaters, so zum Beispiel die Einführung des Erstgeburtenrechts. Seine Mutter zog 1677 in das von ihr in Auftrag gegebene Schloss und starb im Jahr 1680. Der Fürst ließ bis zum Jahre 1696 das Residenzschloss umbauen. Neben Kirchen und Prachtbauten ließ er auch Schulen bauen, so 1691 eine Schule in Coswig und das neue Haus der Jungfernschule zu St. Bartholomäi im Jahre 1701. Seine Tochter Auguste, geboren 1679, war mit dem Herzog Friedrich von Sachsen-Gotha vermählt. Sein Sohn, Johann August, blieb kinderlos. Aufgrund dessen erlosch im Jahre 1742 die Hauptlinie des Rudolfinischen Fürstenhauses. Karl Wilhelm starb am 3. November 1667 in Zerbst. Bekannt ist das Lustschloss auf dem Friederikenberg, dessen Bau von seinem Sohn Johann August und dessen Frau, Prinzessin Friederike von Sachsen-Gotha-Altenburg, in Auftrag gegeben wurde. Nach der Heirat am 25. Mai 1702 wurde eine eigene Hofhaltung notwendig und da das Zerbster Schloss räumlich zu klein war, wurde am 3. September 1704 der Grundstein gelegt. Prinzessin Friederike zu Ehren, erhielt der Ort den Namen „Friederikenberg“. In den darauffolgenden Jahren wuchs das Gebäude zu einem schönen Palast heran. Terrassen mit breiten Treppen, Orangerien, kunstvoll angelegte Beete und Wasserbecken entstanden bis zum plötzlichen Tod von Erbprinzessin Friederike im Jahre 1709. Die Baumaßnahmen ruhten von 1725 bis 1726, dann erst begann der neue Umbau des Friederikenberges zum Belvedereschlösschen. Zwischenzeitlich heiratete Karl Wilhelm ein zweites Mal. Seine neue Gemahlin war Prinzessin Hedwig Friederike von Württemberg-Weiltingen. In den folgenden Jahren schmückten Laternen, Glocken, Öfen, Kamine, figürliche Plastiken und Vasen das Schlösschen. Der Lustgarten vergrößerte sich auf 11.000 qm. Mit dem Ableben von Fürst Johann August 1742 und dem Aussterben des Fürstentums Anhalt-Zerbst im Jahr 1793, erhielt ein Dessauer Fürst das Anwesen, welcher aber kein Interesse hieran zeigte. Der bauliche Zustand litt in den darauffolgenden Jahren stark und Stück für Stück wurden Teile abgerissen. Auch der Lustgarten verwildert immer weiter.



Kalenderblatt vom 16.10.2012

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