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17.04.2012 - Die Relikte des Anhalt-Zerbster Fürstenhauses - Der Schlossgarten mit der Schlossfreiheit

Schlossfreiheit in Zerbst/AnhaltBefindet man sich im Zerbster Schlossgarten, so steht man inmitten der ehemaligen Residenz des Fürstenhauses von Anhalt-Zerbst. Es ist anzunehmen, dass hier einst die Prinzessin Friederike Sophie Auguste, auch bekannt als Zarin Katharina II. von Russland, ihre Spaziergänge unternahm.
Auf einer Fläche von rund 154.000 qm erstreckt sich der Schlossgarten, in dessen Mittelpunkt die heutige Stadthalle zu finden ist. Früher fand man hier die fürstliche Reitbahn. Das einst gewaltige Schloss ist heute nur noch eine Ruine, von dessen drei Flügeln seit dem zweiten Weltkrieg nur noch der Ostflügel in Teilen erhalten geblieben ist. Ursprünglich war die Fläche zu Zeiten Katharinas als Barockgarten angelegt. Als Anhalt-Zerbst jedoch Bestandteil des Fürstentums Dessau wurde, nahm der Schöpfer des Dessau-Wörlitzer-Gartenreichs, Fürst Leopold III., Einfluss auf die Gestaltung des Schlossgartens und wandelte ihn in einen Landschaftspark um. Heute sieht man den Schlossgarten eher als eine innerstädtische Grünanlage, Bau- und Gartenkunst spielen hier weniger eine Rolle. Dafür können hier die alljährlich stattfindenden Feste und Ausstellungen ausgeführt werden, wie etwa das Heimat- und Schützenfest oder die Gewerbefachausstellungen (Gfa). Nachweislich befand sich im Schlossgarten vormals eine Wasserburg, die Vorburg bildete das Gebiet der Schlossfreiheit. Damit ist der Platz vor dem Eingang zum Garten gemeint, der von zahlreichen schön anzusehenden Gebäuden umsäumt ist. Dazu gehören die 1707 im Barockstil erbauten Kavaliershäuser, die Wohnhäuser der Hofbeamten, die heute als Verwaltungsgebäude genutzt werden. Zusätzlich befinden sich in ihnen die Tourist-Information und eine deutschlandweit einmalige Ausstellung zu Katharina II. Ebenso findet man auf der Schlossfreiheit die ehemalige Schlosswache und das um 1900 erbaute Gebäude für die Freimaurerloge. Das Auffälligste am Rande des Platzes ist mit Sicherheit der „Dicke Turm“, damals als Sicherungsturm für die aus Aken kommende Straße erbaut.
Zum Abschluss sollte man den „Rosenwinkel“ erwähnen, ein kleiner idyllischer Teil des Schlossplatzes, der sich hinter einer schmalen Gasse und von Fachwerkhäusern umbaut, versteckt. Hier findet man auch die einzige erhaltene Gaslaterne von Zerbst.
 
 



Kalenderblatt vom 17.04.2012

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