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17.05.2012 - Der Bibervater Max Behr – Naturschutz in Anhalt

Der ElbebiberIn der Geschichte des anhaltischen Naturschutzes nimmt ein Köthener eine wichtige Position ein. Er gilt als der Begründer der Steckbyer Vogelschutzwarte und leistete wichtige Dienste im Biberschutz. Die Rede ist von Maximilian Albert Behr, genannt Max Behr. Er war Landwirt, Amtmann, Ornithologe und späterer passionierter Fotograf sowie Naturschützer.

Max Behr wurde am 11. Januar 1857 in Köthen geboren, seine Liebe zur Natur und die Entdeckerlust wurden ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Seine Mutter entstammte einer Försterfamilie. Sein Vater widmete sich neben seinem juristischen Beruf der Jagd und der Vogelkunde. So verlebte Max Behr seine Kindheit in enger Verbundenheit mit der Natur.

Nach der Schule wurde er Landwirt und verwaltete als Amtmann das Gut Treppichau bei Köthen, welches er 1902 seinem Bruder übergab, um sich voll und ganz seinem eigentlichen Interesse widmen zu können.

Anfangs galt sein Hauptaugenmerk dem Elbebiber, den er 1913 zählte und katalogisierte. In Folge dessen wurde zwei Jahre später in Anhalt eine ganzjährige Schonzeit für die Biber erlassen. Behr entwarf Rettungshügel, die in der ganzen Region aufgebaut wurden und so den Tieren Zuflucht bei Hochwasser boten. Solche und andere Einsätze brachten ihm den Namen „Bibervater“ ein. Man erzählt, dass der Naturliebhaber das ein um das andere Mal Jugendliche, die bei den Biberbauten lärmten, direkt mit seinem Krückstock bestrafte.

1920 zog der Köthener in ein Pfarrhaus nach Steckby und legte damit den Grundstein für die heute staatliche Vogelschutzwarte. In Steckby befasst sich Behr hauptsächlich mit der Ornithologie und der damit verbundenen biologischen Schädlingsbekämpfung. Zur Ansiedlung und dem Schutz von Insekten fressenden Wildvögeln baute er eigene Nistkästen, die er in Obstplantagen, Gärten oder Spargelanpflanzungen anbrachte. Waren seine Nistkästen damals noch eine Neuheit, sind sie heute in fast allen Gärten zu finden.

Max Behr war zudem ein begeisterter Fotograf, der Flora und Fauna mit seiner selbstgebauten „Fotokanone“ in unzähligen Aufnahmen festhielt. Noch vor seinem Tode am 8. Mai 1934 in Steckby konnte der Bibervater miterleben, wie 1929 die anhaltische Kreisdirektion Zerbst zwischen Steckby und Tochheim ein „Schutzgebiet Behr“ für den Biber-und Vogelschutz auswies. 1932 wurde Behrs altes Pfarrhaus vom anhaltischen Staatsministerium zur „Staatlich anerkannten Muster- und Versuchsstation für Vogelschutz“ erhoben, der staatlichen Vogelschutzwarte, die heute noch existiert.

 

 


 



Kalenderblatt vom 17.05.2012

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