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17.07.2012 - Gottfried Franz Hübner - ein Coswiger lebt seinen Traum

Der Korbmacher (aus Was willst du werden, um 1880)Als sollte es nicht anders sein, wurde Gottfried Friedrich Franz Hübner gerade zu der Zeit geboren, als die Katholisch-Apostolische Kirche die ersten Apostel benannte und sich von England nach Deutschland ausbreitete. Inmitten dieser Entwicklung, erblickte Hübner am 17. Juli 1840, als Sohn des Schumachermeisters Johann Gottfried Hübner in Coswig das Licht der Welt.
Nach seiner Konfirmation absolvierte der zweitälteste von insgesamt 8 Kindern eine Lehre zum Korbflechter bei seinem Onkel Gottlieb Landig und trat bereits mit 17 Jahren dem Evangelischen Jünglingsverein in Berlin bei. Da sein Onkel jedoch noch im selben Jahr plötzlich verstarb, ging Franz Hübner 1859 auf Wanderschaft, um bei einem Meister Arbeit zu finden. Sein Ziel war Hamburg. Den ersten Zwischenstopp legte er in Magdeburg ein. In der Elbestadt erlebte der Korbmacher allerdings einen seltsamen Traum, in dem er als Missionar in einem fremden Land das Evangelium predigte. Dies sollte seinen weiteren Weg bestimmen und erweckte in ihm ein Verlangen, als Missionar zu arbeiten.
Nachdem Franz Hübner dann 1862 in die Katholisch-Apostolische Kirche aufgenommen wurde, diente er in Hamburg als Unterdiakon, bis er seinen Traum in Holland verwirklichen konnte. Gemeinsam mit zwei weiteren Missionaren diente Hübner unter dem Apostel Friedrich Wilhelm Schwarz. Zusammen gründeten sie mehrere Gemeinden in Holland.
In Coswig wurden jedoch in dieser Zeit seine Geschwister zu Vollwaisen, da seine Eltern innerhalb weniger Jahre verstarben. Hübner kehrte 1866 in seine Heimat zurück, um seine große Schwester bei der Betreuung der kleineren Geschwister zu unterstützen und gründete zeitgleich seine eigene Korbmacherwerkstatt, wo er seinem jüngsten Bruder das Handwerk lehrte.
Als Missionar war Hübner auch in seiner Heimatstadt bestrebt, seinen Glauben zu verbreiten und veranstaltete in privaten Räumen regelmäßig Versammlungen und Bibelstunden, bis 1881 offiziell eine Neuapostolische Gemeinde in Coswig begründet wurde. 1885 spendete ein wohlhabender Rentner der Gemeinde 3.840 Mark, von denen Hübner die erste gemeindeeigene Kapelle Mitteldeutschlands bauen ließ.
Mit den Jahren wuchs Coswig zu einem Kirchenbezirk mit über 10 neuapostolischen Gemeinden heran und Bischof Hübner erfreute sich immer größerer Beliebtheit. So wurde es beispielsweise zur Tradition, dass sich die Gemeindemitglieder in der Neujahrsnacht vor Hübners Haus versammelten, um mit ihm gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen.
Franz Hübner starb am 27. Juni 1914 im Alter von 72 Jahren in seiner Heimatstadt Coswig und hinterließ seine Frau und 9 Kinder.
 



Kalenderblatt vom 17.07.2012

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