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17.12.2012 - Hermann Hellriegel - ein hervorragender Wissenschaftler

Hermann Hellriegel

Hermann Hellriegel wurde am 21. Oktober 1831 in Mausitz bei Pegau (Sachsen) geboren. Er war der Sohn eines Landwirts, besuchte zunächst die Fürstenschule in Grimma, danach studierte er an der Land- und Forstwirtschaftlichen Akademie in Tharandt. Von 1851 bis 1856 war er Assistent am agrikulturchemischen Laboratorium Julius Adolph Stöckhardts. Es weckte sein Interesse für ungelöste Probleme auf dem Gebiet der Pflanzenernährung. Ein Jahr später promovierte Hellriegel an der Universität Leipzig mit einer 14 Seiten umfassenden Dissertation über die Keimung Öl gebender Samen.
Hellriegel entdeckte im Jahr 1886 die Fähigkeit der Leguminosen (Hülsenfrüchtler), elementaren Luftstickstoff aufzunehmen und den Pflanzen verfügbar zu machen, wenn die Mikroorganismen in die Wurzeln eindringen und Knöllchen bilden. Es war einer der bedeutendsten Entdeckungen auf dem Gebiet der Pflanzenphysiologie im 19. Jahrhundert.
Von 1857 bis 1873 Jahren war Hellriegel Leiter der neuen gegründeten landwirtschaftlichen Versuchsstation Dahme (in Dahme-Mark). Diese Station leitete er bis zu seinem Tode. Schon seit 1869 führte er den Titel „Professor“. Im Jahre 1873 siedelte er nach Bernburg über, wo er zum Direktor der neubegründeten herzoglichen Versuchsstation, hauptsächlich für Zuckerrübenkultur ernannt und Berater der Herzoglich Anhaltischen Regierung wurde. Er arbeitete zudem als landwirtschaftlicher Wanderlehrer. Mit Unterstützung des Vereins für die Rübenzucker-Industrie des Deutschen Reichs errichtete er 1882 in Bernburg eine landwirtschaftliche Versuchsstation.
Er schrieb Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaus, mit besonderer Rücksicht auf die agrikulturchemischen Methoden der Sandkultur und machte Untersuchungen über die Stickstoffnahrung.
Bei seinen umfangreichen Düngungsversuchen benutzte er die Methode der Sandkultur. Er versuchte, die Pflanzen in mit sterilem Sand gefüllten Gefäßen zu testen. Dieses Verfahren wurde durch ihn zu einer weltweit anerkannten wissenschaftlichen Standardmethode. Bei den auf diese Weise durchgeführten Düngungsversuchen, untersuchte Hellriegel auch den Einfluss der Faktoren Wärme, Licht und Wasser. Zu den Ergebnissen dieser Versuche veröffentlichte er im Jahre 1883 ein Buch mit fast 800 Seiten unter dem Titel „Beiträge zu den Grundlagen der agrikultur-chemischen Methode der Sandkultur“.
Am 20. September 1886 berichtete Hellriegel der „Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte“ in Berlin von seiner Entdeckung. Es war eine Sternstunde für die Landbauwissenschaft. Die über Jahre diskutierte "Stickstoff-Frage", das Rätsel über die Herkunft der großen Stickstoffgewinne beim Anbau von Leguminosen, war damit geklärt.
Die Versuche und Ergebnisse, die zu dieser Entdeckung führten, hat Hellriegel gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter Hermann Wilfarth im Jahre 1888 veröffentlicht.
Hellriegel stand durch diese Entdeckungen ganz im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Trotz seiner zahlreichen wissenschaftlichen Forschungen im In- und Ausland, ist er ein bescheidener Forscher geblieben. Nach 1890 hat er die Methode der „Sandkultur“ verbessert und die gesammelten Erfahrungen niedergeschrieben. Beide Arbeiten erschienen erst nach seinem Tode.
Hellriegel war Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Fachgesellschaften. Im Jahre 1889 wurde ihm die Goldene Medaille verliehen. Seine Freunde errichteten ihm 1897 in Bernburg ein Denkmal, mit Unterstützung des „Verein für die Rübenzucker-Industrie des Deutschen Reichs“.

Zu seinen Werken zählen:
• Beitrag zur Keimungsgeschichte der Ölgebenden Samen. Leipzig 1854
• Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaus, Braunschweig 1883
• Untersuchungen über die Stickstoffnahrung der Gramineen und Leguminosen, Berlin 1888
• Düngungsversuch und Vegetationsversuch, Forschungs-Methoden. 1897
• Die Methode der Sandkultur, Arbeiten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 1898
 



Kalenderblatt vom 17.12.2012

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