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18.04.2012 - Die Ruhestätte von Albrecht dem Bären – Das Schloss Ballenstedt

Das Schloss BallenstedtAn der Stelle des heutigen Ballenstedter Schlosses stand einst der von dem askanischen Grafen Esiko gegründete Augustiner–Chorherrenstift. Dort war auch die Schwester Esikos, die Prinzesin zu Ballenstedt, besser bekannt als Uta von Naumburg, zu Hause. 1123 wurde das Stift von den Nachfahren Esikos, Otto der Reiche und Albrecht der Bär, in ein Benediktkloster umgewandelt.
Fürst Wolfgang von Anhalt ließ dieses dann in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts abtragen und ein Schloss daraus erbauen. Somit entstand der Westflügel als erstes Bauwerk. Einzig die romanische Stiftskirche aus dem 11. Jahrhundert blieb erhalten und bietet heute einen wundervollen Ausblick über den angrenzenden Park und die umliegenden Wälder. Das Schloss diente in erster Linie als Prinzen- und Witwensitz und bestand lange in seiner Form. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgte durch Fürst Victor Amadeus von Anhalt eine Erweiterung mit Errichtung des Südflügels. Es folgten weitere Bauten, wie etwa das Zeug– und Gesindehaus, welches später als Gasthof diente und an dessen Stelle heute das Schlosshotel steht. In der Mitte des 18. Jahrhundert ließ man die alte Klosterkirche abreißen und baute dafür den markanten Nordflügel. Nachdem einige Jahrzehnte später die Fürstenlinie von Anhalt-Bernburg ihre Residenz nach Ballenstedt verlegte, folgten weitere Anbauten. Zuletzt lebte die Familie von Anhalt in mehreren Generationen bis zum Ende des zweiten Weltkrieges im Ballenstedter Schloss, zu dessen Ensemble neben dem Schlosstheater natürlich auch der Schlosspark zählt. Angelegt wurde der Park durch Fürst Friedrich Albrecht von Anhalt-Bernburg im 18. Jahrhundert, umgestaltet hat ihn um 1858 der Garten- und Landschaftsgestalter Peter Joseph Lennè. So wurde ein Teil des Parks mit einer terassenförmig angelegten Hauptachse mit vier Wasserbecken gestaltet, der andere Teil nach englischem Vorbild als Landschaftspark. Der als „Prinzengarten“ gestaltete Obstgarten ist der letzte noch erhaltene Garten von Lenné. Als Sehenswürdigkeiten im Schlosspark sind der Schwedenstein, das Löwendenkmal oder der Lindwurm im Wasserbassin zu nennen. Außerdem lohnt sich auch ein Besuch der Schlossmühle von 1785 oder dem 1770 erbauten Jagdschloss.

Foto: Jürgen Meusel
 

 



Kalenderblatt vom 18.04.2012

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