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18.05.2012 - Walter Gropius – Gründer und Architekt des Bauhauses

Walter GropiusWalter Gropius gilt neben Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier als der Mitbegründer der modernen Architektur. Er wurde am 18. Mai 1883 in Berlin geboren. 1903-1907 studierte er in München und Berlin Architektur, jedoch ohne Abschluss.
1908 trat Gropius in das Architekturbüro von Peter Behrens in Berlin ein. Auch Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier hatten u.a. hier gearbeitet. Zwei Jahre später gründete er gemeinsam mit Adolf Meyer ein eigenes Architekturbüro. Als selbständiger Industriedesigner und Architekt entwarf er unter anderem Inneneinrichtungen, Tapeten, Serienmöbel, Autokarossen und eine Diesellokomotive.
Seine erste, wirklich bedeutende architektonische Arbeit war das „Fagus-Werk“ in Alfeld an der Leine, welches er in Zusammenarbeit mit Adolf Meyer erbaute. Dieser Fabrikbau gilt mit seiner Stahl- und Glasarchitektur als richtungsweisendes Werk der sogenannten „Modernen Architektur“, die in den 1920er Jahren unter der Nennung „Neues Bauen“ oder auch „Neue Sachlichkeit“ zum allgemeinen Begriff wurde. Heute zählt das „Fagus-Werk“ zum UNESCO Weltkulturerbe. Was jedoch verbindet Walter Gropius mit Anhalt?
Nach dem ersten Weltkrieg wurde Gropius zum Begründer des Bauhauses in Weimar. 1919 wurde er dort Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst, die er in „Staatliches Bauhaus in Weimar“ umbenannte. Gemeinsam mit dem Bauhaus kam er 1926 nach Dessau und übernahm auch hier die Leitung. Die errichteten Schulgebäude und die Meisterhäuser für die Professoren des Bauhauses zählen zu den Hauptwerken von Walter Gropius. In Dessau widmete er sich intensiv dem Massenwohnbau als Lösung der städtebaulichen und sozialen Probleme. So entwarf er zahlreiche Wohnbauprojekte wie die Siedlung Törten und weitere in Berlin. 1928 trat er von der Leitung des Bauhauses Dessau zurück, um seine selbständige Tätigkeit in Berlin wieder aufzunehmen.
Gropius flüchtete 1934 aus Angst vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach England und emigrierte 1937 in die USA nach Cambridge. Dort übernahm er eine Professur für Architektur an der Harvard University und eröffnete ein eigenes Architekturbüro. Im Jahre 1946 gründete Gropius die Gruppe „The Architects Collaborative“ (TAC), eine Vereinigung junger Architekten, die in ihrer Arbeit die besondere Bedeutung der Teamarbeit manifestierten. Das Graduate Center der Harvard University in Cambridge ist das erste Projekt dieses Teams. In seinen letzten Lebensjahren war er wiederholt in Berlin tätig, wo er unter anderem 1957 einen neungeschossigen Wohnblock im Hansaviertel und ab 1960 die Großsiedlung „Gropius-Stadt“ errichtete.
Walter Gropius verstarb am 5. Juli 1969 in Boston, Massachusetts im Alter von 86 Jahren.
 



Kalenderblatt vom 18.05.2012

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