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18.06.2012 - Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff – der Baumeister des Dessauer Fürsten

Friedrich Wilhelm von ErdmannsdorffDas Dessau-Wörlitzer Gartenreich ist stets mit zwei großen Namen verbunden. An der Siete des Fürsten Leopold III. Fürst Friedrich Franz von Anhalt-Dessau erschuf Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff die großartige Gartenlandschaft an Elbe und Mulde.
Der am 18. Mai 1736 in Dresden geborene Architekt und Architekturtheoretiker gilt als der bedeutendste Vertreter des deutschen Frühklassizismus, denn er schuf mit dem Wörlitzer Schloss das erste klassizistische Bauwerk Europas.
Nach seiner Ausbildung an der Dresdener Ritterakademie studierte Erdmannsdorff an der Universität Wittenberg Geschichte, Philosophie und Sprachwissenschaften. Dort lernte er auch den jungen Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt–Dessau kennen. Die beiden wurden Freunde und der Fürst nahm Erdmannsdorff in seine Dienste.
Nach einer ersten Bildungsreise 1761/62 begann der spätere Baumeister zu malen und zu zeichnen. Erst eine zweite Reise nach England und Holland im den Jahren 1763/64, gemeinsam mit Fürst Leopold III., weckte in ihm den Entschluss, sich der Baukunst zu widmen. Besonderen Einfluss hatte auf ihn dabei die Kunst Englands, welche Erdmannsdorff in seine Bauten einfließen ließ. Sein erstes Werk für Fürst Leopold III. war die Gestaltung des großen Saals und des runden Kabinetts im Schloss Dessau. Sein Hauptwerk wurde der Bau des, im Stile des Klassizismus gehaltenen, Wörlitzer Schloss (1769-73).
In späteren Jahren folgten weitere Bauten wie das Hoftheater zu Dessau, die Schlösser Luisium und Georgium oder die Orangerie. Auch außerhalb des Fürstentums war er als Architekt tätig, so in Berlin oder Magdeburg. 1786 berief der preußische König den Freiherrn von Erdmannsdorff nach Berlin, wo er acht Jahre lang für ihn tätig war und unter anderem die Innenräume der Schlösser in Potsdam und Berlin gestaltete.
Zugleich wurde Erdmannsdorff Ehrenmitglied der „Königlichen Akademie der Künste und mechanische Wissenschaften“. Nach seiner Rückkehr nach Dessau übernahm der Freiherr dort die Leitung der Chalkographischen Gesellschaft, bevor er nur wenige Jahre später, am 9. März 1800 in Dessau verstarb.

Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, der seit 1759 auch Freimaurer war, hinterließ zahlreiche Bauwerke, deren Stil sich durch edle und ausgewogene Verhältnisse auszeichnet. Innenräume wurden in geschmackvoller Art mit antiken Formen geschmückt und die fürstlichen Gärten in dem von ihm so geliebten englischem Stil erschaffen. Erdmannsdorff war der Lehrer Friedrich Gillys, der später wiederum Karl Friedrich Schinkel unterrichte.

 



Kalenderblatt vom 18.06.2012

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