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18.08.2012 - Leben am Fluss - Hochwasser in Dessau

Foto Bernd Helbig, Dessau, Hochwasser 2002, Damm am Klärwerk wird mit sehr hohem Aufwand gesichert, 18.08.2002Die Lage der Stadt Dessau-Roßlau an den Flüssen Elbe und Mulde sorgt alljährlich für landschaftliche Veränderungen, wenn das Frühjahrshochwasser die Auenwälder und Elbwiesen überflutet. Allerdings wurde Dessau in den letzten Jahrzehnten mehrmals von gewaltigem Hochwasser heimgesucht. Neben der „Jahrhundertflut“ 2002 zum Beispiel auch das Muldehochwasser 1954.
Alles begann damals nach einem fast schneelosen Winter und einem kalten Frühling. Andauernde Regenfälle in den Gebirgen ließen die Flüsse anschwellen und zu reißenden Strömen werden. Als in Tschechien und in Sachsen die Elbe für Überschwemmungskatastrophen sorgte, läuteten in Dessau bereits die Alarmglocken. Am 10. Juli 1954 stieg dann der Pegel der Elbe innerhalb weniger Stunden dramatisch, so dass Feuerwehr, Polizei und Einwohner den Kampf gegen das Wasser aufnahmen. Am 12. Juli erreichte die Mulde ihren Pegelhöchststand mit 5,82 m bei einer Dammhöhe von 5,90 m!

Eine größere Katastrophe war das Hochwasser im August 2002, welches wieder durch starke Regenfälle in den Mittelgebirgen verursacht wurde. Da beide Flüsse, Elbe und Mulde, gleichzeitig anstiegen, und beide bei Dessau aufeinandertreffen, war die Angst sehr groß. Die Mulde sank jedoch recht schnell wieder. Die Elbe allerdings erreichte Mitte August ihren Höchststand von 7,16 m und das ließ einige Dämme brechen. Am 18. August wurde der Ortsteil Waldersee überschwemmt, teilweise stand das Wasser im Ort bis zu 2 m hoch! Die Bundeswehr übernahm die Koordinierungsmaßnahmen und alle zivilen Helfer wurden abgezogen. Teile des Weltkulturerbes „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“ standen ebenso unter Wasser und erlitten Schäden.
Glück für Dessau war, dass in der Bitterfelder Gegend einige Dämme brachen und das Wasser sich so seinen Weg suchte. Am 13. September wurde der Katastrophenalarm für Dessau aufgehoben und man begann mit den Aufräum – und Sanierungsarbeiten, die sich über Jahre hinweg zogen. Seit dieser letzten großen Flut wurde viel unternommen, um in Zukunft dem Wasser genug Überflutungsflächen zu bieten und die Deiche zu stärken. Denn neben den Menschen und ihrem Eigentum sind in Dessau immerhin gleich zwei „Weltkulturerbe“ in Gefahr: das Bauhaus und das Dessau–Wörlitzer Gartenreich.
Jährlich wird in den betroffenen Ortsteilen mit Volksfesten an das Jahrhunderthochwasser von 2002 erinnert und damit auch an eine Zeit, in der die Menschen zusammen fanden und füreinander da waren.
 



Kalenderblatt vom 18.08.2012

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