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18.09.2012 - Moritz von Cohn

Als Sohn des jüdischen Kaufmanns Itzig Moses Hirsch Cohn aus Wörlitz und dessen Ehefrau Marianne Nathan, wurde Moses Cohn am 19. September 1812 in Wörlitz geboren. Später nahm er den Namen Moritz an. Die Familie Cohn zog 1817 von Wörlitz nach Dessau um und eröffnete, mit herzoglicher Genehmigung, ein als „ I. H. Cohn“ firmiertes Leihhaus. Mit 15 Jahren begann Moritz Cohn 1827 eine Lehre im elterlichen Betrieb und wurde 1830 Teilhaber. Um Erfahrungen zu sammeln, schickte ihn sein Vater 1837 auf mehrere Reisen. Wichtige positive Kontakte und Geschäfte mit den Frankfurter Bankhäusern „Rothschild“ und „Sal. Oppenheim“ aus Köln verhalfen ihn zu einem hohen Ansehen in der Finanzwelt und der Eisenbahnfinanzierung. Seine kinderlose Tochter stiftete nach seinem Tode, am 29. April 1900, einen großen Teil an karitative Stiftungen in der Region Anhalt. Sehr beliebt und genutzt von den unteren und mittleren Bevölkerungsschichten war das von der Landesregierung Anhalt-Dessau im Jahr 1833 gegründete herzogliche Sparkassensystem, mit dessen Konzession das Bankhaus „ I. H. Cohn“ von 1834 bis 1865 beauftragt wurde. Somit entstand eine enge Verbindung zwischen der Bankiersfamilie und der herzoglichen Regierung des Staates Anhalt-Dessau und Moritz Cohn wurde 1850 Hofbankier des Herzogs. Mit großen Darlehen half Cohn der Regierungskasse und mit seiner finanziellen Unterstützung konnte die herzogliche Landesbank saniert werden. Während der Märzrevolution 1848 gewann er die Freundschaft Kaiser Wilhelms I. und wurde Vermögensverwalter bei den Hohenzollern, kurz darauf wurde er zum Hofbankier des Prinzen von Preußen.
Bei dem Ausbau des Eisenbahnnetzes ab 1835 beteiligte sich neben vielen Privatbanken auch das Bankhaus „I. H. Cohn“. Aufgrund seiner Tätigkeit  als Finanzier bei der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft und seiner Hilfe bei der Beschaffung von umfangreichen Investitionssummen erhielt von Cohn den Titel eines Barons. Moritz von Cohn wurde mit 6 Großkreuzen, welche als höchste Auszeichnungen der Herrscher galten, ausgezeichnet und erhielt 1889 das selten verliehene Großkreuz mit Brillianten im Orden vom Zähringer Löwen. 1892 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dessau.
 



Kalenderblatt vom 18.09.2012

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