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19.10.2012 - Der Napoleonturm in Mildensee und die Pötnitzer Kirche

Der Napoleonturm in MildenseeMildensee befindet sich ca. 3 km östlich vom Dessau-Roßlauer Stadtzentrum. Der Ort ist slawischen Ursprungs und besteht aus den drei ehemalig einzelnen Dörfern Pötnitz, Scholitz und Dellnau. Der Name „Mildensee“ leitet sich von dem See ab, an dem der Ort gelegen ist. Es handelt sich dabei um ein Altwasser der Mulde, die bis vor 100 Jahren noch „Milde“ genannt wurde. Die vorbeiführende Autobahn Berlin-Dessau-München wurde am 5. November 1938 freigegeben. Ein halbes Jahr später wurde in dem gefluteten Kiestagebau, in dem Baustoffe für den Autobahnbau gewonnen wurden, das Freibad „Adria“ eröffnet. Um die Autobahn von Dessau gut zu erreichen, wurde die Muldebrücke verbreitert und eine Zufahrtsstraße angelegt.
Auf der Festwiese von Mildensee befindet sich der Napoleonturm. Fürst Leopold der III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ließ von 1809 bis 1812 auf einem künstlich angelegten Hügel ein Grabmahl errichten, welches das Horologium in Athen zum Vorbild hatte. Im Volksmund bekam der Turm den Spitznamen „Napoleonturm“. Allerdings wurde die Burg 1935 zum Mausoleum, der Reichsstatthalter, Wilhelm Friedrich Loeper, wurde dort aufgebahrt und für zehn Jahre wurde der Turm in „Loepertum“ umbenannt. Nachdem Loeper 1945 auf dem Friedhof von Mildensee unbekannt vergraben wurde, nutzte man die Burg zu festlichen Anlässen.
Sanierungsarbeiten wurden nach dem Hochwasser im August 2002 dringend notwendig. Aufgrund von Fördergeldern konnte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz die Burg in bauzeitlichen Farbtönen streichen, Türen wurden restauriert, das Gitter des Umgangs rekonstruiert, Sandsteinelemente erneuert und eine Kupferbedachung aufgebracht. Ein weiteres historisches und sehenswertes Gebäude ist die evangelische Pötnitzer Kirche. Im romanischen Baustil wurde diese im 12. Jahrhundert errichtet und erhielt im 19. Jahrhundert, von Fürst Franz von Anhalt-Dessau beauftragt, ihre heutige Form. Der 35 m hohe Vierungsturm und die 600 jährige alte Glocke sind eine architektonische Besonderheit. Da die Schlosskirche St. Marien im 2. Weltkrieg stark beschädigt wurde, befinden sich hier im Kirchraum drei Gemälde - das bekannteste ist das Abendmahlbild von Lucas Cranach dem Jüngeren aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem zur Kirche gehörigen Friedhof befindet sich das Grab und ein Gedenkstein Christian Gebhard Nordmanns. Er war ein Landwirt, der vom preußischen Staatsrat Thaer für seine Erfolge in der Landwirtschaft und in der Zucht von Schafen und Rindern ausgezeichnet  wurde.
Im Ortszentrum Mildensees findet man das Bärendenkmal mit dem Wappenschild des Hauses Anhalt.

 



Kalenderblatt vom 19.10.2012

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