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20.01.2012 - Gertrudis und der verlorene Ring

Wasserburg in RoßlauEine Sage über die Roßlauer Wasserburg

Seit Jahren wird die Wasserburg in Roßlau restauriert. Bei den anstehenden archäologischen Grabungen stößt man dabei nicht nur auf Beweise die auf das Alter der Burg schließen, oftmals kommen auch ganz außergewöhnliche Funde zu Tage. So fand man Relikte längst vergangener Zeiten, eine Schachfigur und 2002 in der ehemaligen Spinnstobbe einen Ring.
Der Ring ist wohl Deutschlands ältester Treuering und zeigt als Motiv den Handschlag (Treuesymbol der Germanen).

Es heißt, es wäre Gertrudis Treuering (Ehering), um den sich seither Sagen ranken.

Die schöne Gertrudis von Vorest lebte 1262 auf der Burg und war die Tochter des Ritters Werner von Vorest. Sie war damals gerade frisch verheiratet mit dem Burgherren Fredericuis Schlichting und trug als Zeichen dieser Verbindung den goldenen Treuering (Ehering) ihres Mannes. Wie Gertrudis nun diesen wertvollen Ring verlor, ist leider nicht überliefert. Es gibt jedoch Vermutungen, wonach ihr Mann eines Tages von einer langen Reise zurückkehrte und vermutete, dass ihn seine Gattin betrogen hat. Daraufhin nahm er ihr den Ring wieder ab und sie war wieder eine normale Angestellte der Burg. Das beschämte Gertrudis so sehr, dass sie Zeit ihres Lebens nach dem Ring suchte.

Als Jahrhunderte später zwei Männer Steine von der Burg stehlen wollten, begegnete ihnen eine heulende Frau mit rasselndem Schlüsselbund. Der Volksmund spricht seither von der Ahnenfrau Gertrudis, die bei Vollmond durch das Gemäuer zieht, auf der Suche nach dem Ring.
 



Kalenderblatt vom 20.01.2012

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