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20.05.2012 - Fürst Emanuel Lebrecht von Anhalt–Köthen

Fürst Emanuel Lebrecht von Anhalt-KöthenDer einzige Sohn des Fürsten Emanuel von Anhalt-Köthen und der Gräfin Anna Eleonore zu Stolberg-Wernigerode wurde am 20. Mai 1671 in Köthen geboren. Jedoch lernte Emanuel Lebrecht seinen Vater nie kennen, denn der verstarb ein halbes Jahr vor seiner Geburt. Formell war Emanuel Lebrecht von Geburt an Fürst von Anhalt-Köthen, dennoch führte seine Mutter Anna Eleonore bis zu ihrem Tode und der Volljährigkeit ihres Sohnes die Regierungsgeschäfte.
Während seiner Jugend genoss der junge Emanuel eine ausgezeichnete Erziehung durch den Baron von Wolzogen und bildete sich auf Reisen nach Frankreich und den Niederlanden. Schon in jungen Jahren verliebte sich Emanuel in ein junges Fräulein einer alten lutherisch-anhaltischen Landadelsfamilie. Die Mutter Emanuels war gegen diese unstandesgemäße Verbindung und brachte die junge Gisela Agnes von Rath sogar zeitweilig zu ihrer Schwester nach Stadthagen. Mit Regierungsantritt holte der Fürst seine Liebe jedoch zurück an den Hof und heiratete sie 1692. Diese heimlich vollzogene Hochzeit zog jedoch Proteste seitens der Kirche und des Fürstenhauses mit sich und erst sechs Jahre nach der Vermählung erfolgte die offizielle Anerkennung aller männlichen Nachkommen dieser Ehe durch das Fürstenhaus und ein Jahr später durch den Kaiser. Die gesamte fürstliche und später herzogliche Linie Anhalt-Köthens entstammt dieser Liebesheirat.
Kurz vor Ende des 17. Jahrhunderts vermachte Emanuel seiner Frau Stadt, Land und Schloss Nienburg, wo sie sich nach seinem Tode niederließ. Nach nur kurzer, eigener Regierungszeit von 12 Jahren verstarb Emanuel Lebrecht von Anhalt-Köthen am 30. Mai 1704 im jungen Alter von 33 Jahren.
Er hinterließ vier Kinder: die nach Sachsen – Merseburg verheiratete Eleonore Wilhelmine und eine Tochter, die unvermählt starb, sowie zwei Sönne, den 1694 geborenen Prinzen Leopold, und den 1697 geborenen August Ludwig. Auf Grund, des eingeführten Erstgeburtsrechts in Köthen trat Prinz Leopold die Nachfolge in der Regierung seines Vaters an. Er ist als Förderer und lebenslanger Freund Johann Sebastian Bachs in die Geschichte eingegangen.

 



Kalenderblatt vom 20.05.2012

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