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20.06.2012 - Das Nienburger Kloster mit seiner Kirche – eine Station an der Straße der Romanik

Portal der Klosterkirche Nienburg/SaaleDas Nienburger Kloster hat seinen Ursprung im Harz. Die Benediktiner, ein Orden der römisch-katholischen Kirche, errichteten zunächst in Thankmarsfelde ein Kloster, welches jedoch schon fünf Jahre nach seinem Bau, im Jahr 975 nach Nienburg verlegt wurde.
Die vollständige Errichtung des Klosterbaus in Nienburg zog sich über 30 Jahre hin und konnte erst 1004 mit seiner Kirche geweiht werden. Kaiser Otto II. erhob die Abtei zum Reichskloster und fortan entwickelte es sich zu einem der reichsten Klöster der Region. Zwischen Harz und Lausitzer Neiße gehörten ihm bis zu 150 Ortschaften, darunter z. B. Harzgerode und Lübben. Mehrmals erlitt das Kloster schwere Zerstörungen durch Brände und wurde daraufhin immer wieder in neuen Baustilen aufgebaut, so erst im Stile der Romanik, später in gotischen Formen.
Im Jahre 1166 wurde dem Kloster der Titel als Reichskloster aberkannt. Nach den Bauernkriegen und der Reformation wurde die ganze Abtei im Jahre 1552 aufgelöst. Die anhaltischen Fürsten nutzen das Kloster vorerst als Domäne, später ließen sie es zu einem Schloss und Witwensitz für die Linie Anhalt–Köthen umbauen.
Das 1871 abermals verkaufte Schloss brannte 1996 ab, bis heute wird an der Sanierung gearbeitet.
In ihren Grundmauern erhalten ist jedoch nur die alte Klosterkirche St. Marien und St. Cyprian. Aufgrund ihrer romanischen Geschichte stellt sie eine Station an der Straße der Romanik dar, auch wenn sie heute dem Besucher überwiegend gotisch erscheint. Die Kirche zählt zu den ersten gotischen Hallenkirchen im Osten Deutschlands.
Die Feuer, die auch im Kloster wüteten, hinterließen ebenso in der Kirche ihre Spuren. Im Jahr 1060 entstand eine romanische Basilika. Nach erneuten Bränden im 13. Jahrhundert, erfolgten erste Umbauten bis hin zum Wiederaufbau mit einer gotischen dreischiffigen Halle.
Mit dem Umbau des Klosters zum Schloss wurde auch aus der Klosterkirche eine Schlosskirche. Sie stellt allerdings nicht nur von außen eine Sehenswürdigkeit dar, sondern verbirgt auch im Innern einige Schätze, wie etwa die Monatssäule aus der Wende des 12./13. Jahrhunderts, eines der wenigen Denkmäler dieser Art. Ebenso erwähnenswert sind die Grabplatten des Klostergründers Markgraf Thietmar und dessen Sohn, dem Askanier Gero.
 



Kalenderblatt vom 20.06.2012

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