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20.07.2012 - Friedensglocke - ein aus 4 Tonnen Waffenstahl gegossenes Mahnmal für die politische Wende in der DDR

Die Friedensglocke, im Hintergrund das Dessauer Rathaus

Als im Herbst 1989 die politische Wende in der DDR ihren Lauf nimmt, versammeln sich auch viele Dessauer zu friedlichen Spontandemonstrationen - Ausgangspunkt waren die Friedensgebete in der Johanneskirche.
Anfangs noch wenige hundert Teilnehmer, trafen sich von Tag zu Tag immer mehr Menschen unter dem Motto: „Keine Gewalt“.
Zu einem denkwürdigen Ereignis kam es dann am 6. Dezember 1989, fast einen Monat nach Grenzöffnung. Nach einer Betriebsversammlung in der Dessauer Magnetfabrik kam es zur friedlichen Entwaffnung der hier stationierten Kampfgruppen und zum Abtransport von 4 Tonnen Waffen durch die Volkspolizei.
Nach einem Beschluss vom 30. Januar 1990 des „Runden Tisches“ in Dessau sollten die Waffen unbrauchbar gemacht und in einer Eisengießerei eingeschmolzen werden.
1250 Sturmgewehre, 174 Maschinengewehre, 87 Panzerbüchsen und 171 Pistolen ergaben 4,2 Tonnen Waffenstahl.

Ein 1997 gegründetes Kuratorium „Friedensglocke Dessau e.V.“ sammelte Spenden,
um aus dem ehemaligen Waffen eine Friedensglocke entstehen zu lassen.
Nach langer Lagerung auf dem Hof der katholischen Kirche St. Peter und Paul in der Zerbster Straße konnte aus dem Stahlklumpen , Ende September 2000, eine Glocke gegossen
werden. In einer Karlsruher Glockengießerei wurden die Baupläne für die Glocke schlussendlich realisiert und in der ASUG Dessau die Glocke gegossen.
Nach einem langen Streit zwischen Kuratorium und der Stadt erhielt die Glocke einen schlichten Glockenstuhl aus Stahlträgern und ziert seit dem 9. November 2002 den Eingang zur Ratsgasse gegenüber dem Dessauer Rathaus.
Sie arbeitet wie ein Glockenspiel mit einem elektromechanisch betriebenen Klöppel und ist Treffpunkt für Friedensgebete und andere Aktionen. Besonders zu Zeiten des Irak-Krieges und der Anti-Hartz-Demonstrationen war sie regelmäßiger Treffpunkt für friedliche Zusammenkünfte.

Wussten Sie, dass jeden Freitag um 18 Uhr die Glocke zum Gedenken an die Friedensgebete läutet?



Kalenderblatt vom 20.07.2012

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