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20.08.2012 - Von einer Städtischen Volksbücherei zur Anhaltischen Landesbücherei

Palais Waldersee, Anhaltische Landebücherei in der Zerbster Straße, Foto von Sven HertelDie Geschichte der „Anhaltischen Landesbücherei“ ist sehr wechselhaft und geht zurück auf die 1876 – 1878 gegründete Herzogliche Behördenbibliothek, welche mehrere Dessauer und Bernburger Sammlungen vereinte. 1922 als Anhaltische Landesbücherei gegründet, beheimatet sie noch heute die Georgsbibliothek und die Herzogliche Hofbibliothek.
Eine erste Leihbücherei gab es allerdings bereits im Jahre 1777. Sie wurde von dem Kaufmann F.G. Steinsacker gegründet. Nach seinem Tod übernahm sein Schwager, F.G. Regis, 1784 die Bücherei. Über 100 Jahre später wurde am 1. Mai 1898 in der Zerbster Straße die „Städtische Volksbücherei“ eröffnet, die im Gegensatz zur Leihbücherei, kostenlos war. Das Interesse der Dessauer war sehr rege und so wurden der Bibliothek viele Bücher geschenkt. Aus Platzmangel musste diese dann geschlossen werden. Mit neuem Lesesaal kam es 1902 zur Wiedereröffnung. Auch hier wurde der Platz schnell sehr eng und so wurde 1905 ein neues Gebäude gekauft und die „Städtische Öffentliche Bibliothek“ mit Lesesaal geschaffen.
1922 gründete sich parallel dazu die „Anhaltische Landesbücherei“, die heute eine Kombination aus öffentlicher Hauptbibliothek und Wissenschaftlicher Bibliothek ist. Während des zweiten Weltkrieges erlitt die Landesbücherei großen Schaden. Fast 90 Prozent der Sammlungen gingen verloren. Erst durch intensive Beziehungen mit anderen Bibliotheken in Berlin, Halle und Gotha stieg die Zahl der Exemplare wieder stark an. Die Anhaltische Landesbücherei wurde zur Zweigstelle der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle und 1969 mit der „Städtischen Volksbücherei“ vereinigt. Seit 1962 befinden sich der öffentliche Teil der Anhaltischen Landesbücherei im früheren „Palais Waldersee“ und der wissenschaftliche Teil seit 1991 im „Palais Dietrich“.
Seit 2012 besitzt die Bibliothek auch eine der modernsten Außenstellen der Region. Die am 6. März neu eröffnete „Ludwig Lipmann“-Bibliothek in Roßlau lockt mit vielen Neuerungen besonders die kleinen Leseratten an.
Die Anhaltische Landesbücherei ist die Regionalbibliothek Anhalts. Sie verwaltet Nachlässe von Friedrich Schneider, Wilhelm Müller, Hermann Conradi und vielen anderen Persönlichkeiten aus der Region.
 



Kalenderblatt vom 20.08.2012

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