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21.01.2012 - Gernrode – die Stadt der Kuckucksuhren

Ansicht der Stadt GernrodeAm nordöstlichen Rand des Harzs liegt eine der ältesten Städte Anhalts. 961 erstmals urkundlich erwähnt blickt Gernrode auf eine, über 1000jährige Geschichte zurück. Das Stadtrecht erhielt sie jedoch erst im Jahre 1539 mit dem Recht Wappen und Siegel zu führen.

Fast 700 Jahre lang war die Stadt Gernrode der Sitz eines, erst geistlichen und nach der Reformation freiweltlichen Damenstifts, welches Markgraf Gero 958/ 959 auf dem Gelände seiner Burg gründete. König Otto I. bestätigte am 17. Juli 961 die Stiftung „St. Cyriakus“, die 1721 nach 760 Jahren geschlossen wurde. In dieser Bestätigungsurkunde wird zum ersten Mal ein Ort „Rode“ erwähnt, der sich neben dem Stift und der Burg Geronisroth befand. Demnach ist der Ort Gernrode nach der Endung –rode als Rodungsdorf entstanden. Der Name „Gernrode“ hat sich seit 1700 durchgesetzt.

Für den Abbau von Erz, Blei, Kupfer, Zinn und Silber stand Gernrode schon seit 1037. Fast 700 Jahre lang wurde hier der Erzbergbau betrieben.
Auch, die wohl älteste protestantische Elementarschule Deutschlands befindet sich vermutlich in Gernrode. Sie wurde 1533, dem Jahr der Reformation im Land Anhalt, erbaut und noch bis 1847 schulisch genutzt.

Zum Fürstentum Anhalt-Bernburg zählt das Harzstädtchen seit 1709 und erlangte mit Fürst Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg große Bedeutung. Er war ein absolutistischer Herrscher und regierte von 1721 bis 1765. Friedrich ließ sich in der Stadt ein Denkmal bauen, als er sich 1754 ein fürstliches Herrenhaus mit Wirtschaft auf dem Stubenberg errichten ließ. In diesem, zum Gästehaus umgebauten Prachtbau verweilte auch Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1805 bei seiner 4. Harzreise.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts beginnt auch in Gernrode die Industrialisierung. Die Eisenindustrie in der Umgebung bietet Arbeit, die erste eigene Streichholzfabrik entsteht und 1886 wird die Schmalspurbahnstrecke bis Harzgerode gebaut. Durch die Erbauung eines kombinierten Gas und Elektrizitätswerkes und die Ansiedlung vieler Betriebe stieg in den folgenden Jahren die Einwohnerzahl rasant an.

Heute ist Gernrode noch immer bekannt für seine „Kuckucksuhren“. 1948 wurden in der Harzer Uhrenfabrik die ersten Uhren produziert, bevor 20 Jahre später die erste Kuckucksuhr entstand.
 



Kalenderblatt vom 21.01.2012

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