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21.03.2012 - Johann Sebastian Bach - seine Köthener Zeit

Denkmal von Johann Sebastian Bach in KöthenAuch heute noch führen spitzfindige Forscher gern ins Feld, dass Johann Sebastian Bach nach dem damals gültigen Julianischen Kalender eigentlich am 31. März 1685 in Eisenach geboren wurde und nicht am 21. März, dem Datum nach dem Gregorianischen Kalender. Aber das ist heute kein Streitthema mehr, gefeiert wird mit vielen Konzerten weltweit am 21. März, so natürlich auch in Köthen. Die fürstliche Residenz stellt in der bewegten Vita einen Sonderfall dar, denn hier war er ausschließlich als weltlicher Hofkapellmeister tätig, hatte keine kirchlichen Aufgaben. Der berühmte Dirigent Sir John Eliot Gardiner sieht noch einen anderen wichtigen Aspekt: „Hier in Köthen war Bachs einzige Zeit im Leben, in welcher er bei einem ihm sehr wohl gesonnenen Dienstherren frei und unbeschwert musizieren und komponieren konnte. Dieses Gefühl von Freude merkt man den hier geschaffenen Werken sehr deutlich an.“ Und das ist nicht gelogen, Fürst Leopold war ein exzellenter Musiker und die Hofkapelle in Köthen suchte ihresgleichen, beste Voraussetzungen also für großartige Werke wie die sechs Brandenburgischen Konzerte, die Sonaten und Partiten für Violine Solo oder den ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers.
Bach fühlte sich laut eigenem Bekunden sehr wohl in Köthen, hatte neben viel Licht auch einiges an Schatten zu ertragen. Seine geliebte Frau Maria Barbara musste er nach ihrem plötzlichen Tod neben einem im Vorjahr gestorbenen Sohn im heutigen Friedenspark bestatten. In der am Hofe als Sängerin beschäftigten Anna Magdalena fand er allerdings neues privates Glück.
Die These, dass der Fortgang aus Köthen nach sechs Jahren durch die amusische Fürstin erzwungen wurde, ist so ohne weiteres heutzutage nicht mehr haltbar, viel eher dürfte die Haushaltslage des chronisch klammen Fürsten und der schulische Werdegang der Söhne den Ausschlag gegeben haben. Aber auch in seiner Leipziger Zeit behielt er den so wichtigen und wertvollen Titel Hofkapellmeister bei und ließ es sich nicht nehmen, 1729 zur Bestattung seines ehemaligen Dienstherren Leopolds eine zweiteilige Trauermusik in der Köthener Jakobskirche aufzuführen.
 



Kalenderblatt vom 21.03.2012

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