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21.05.2012 - Hermann Wäschke und de Paschlewwer Jeschichten

Gymnasium Francisceum in ZerbstAls fünftes von sechs Kindern erblickte Hermann Wäschke am 21. Mai 1850 in Großpaschleben das Licht der Welt. Schon sehr früh musste Wäschke ohne Vater aufwachsen, der bei seiner Arbeit als Siedemeister in der Großpaschlebener Zuckerfabrik verunglückte und an den Folgen des Unfalls verstarb. Für die Familie bedeutete dieses Unglück fortan reinste Armut.
Für Hermann Wäschke bedeutete es zudem, dass er jeden Tag nach der Schule auf den Feldern des ansässigen Gutshofes arbeiten musste, um zum Lebensunterhalt der Familie beizusteuern.
Der Dorfschulmeister Schettler ermöglichte Wäschke den Besuch des Gymnasiums in Köthen, welches er von 1862 bis 1870 besuchte. Mit 21 Jahren legte er dort seine Abitur ab und studierte anschließend die alten Sprachen Latein und Griechisch, sowie Germanistik und deutsche Geschichte. Mit 25 Jahren und großartigen Leistungen schloss er sein Staatsexamen ab und kehrte in seine Heimat Großpaschleben zurück. Oft wünschte sich Hermann Wäschke, dass dies sein Vater noch miterlebt hätte. Den schon früh fehlenden Vater baut er in seine „Paschlewwer Jeschichten“ ein. Den Tod des Vaters nie wirklich verkraftet, trug er die Erinnerungen an ihn bis an sein Lebensende mit sich.
Wäschke bewarb sich 1875 für ein Lehramt am Gymnasium in Dessau, in welchem er für ein Probejahr in den höchsten Schuldienst eingestellt wurde. 1877 erlangte er seinen Doktortitel mit einer Doktorarbeit über Themen aus der Welt der Griechen und der Römer. Damit wurde er dann zum Dr. Phil. Hermann Wäschke. In dem Jahr darauf wandte sich Wäschke der deutschen Sprache zu, wobei von ihm viele Abhandlungen über Anhaltische Mundarten entstanden. 1882, zum Osterfest, wurde Wäschke als Oberlehrer an das Zerbster Gymnasium „Francisceum“ versetzt und blieb dort bis 1889 tätig bevor er wieder an das Dessauer Gymnasium zurückkehrte. Fortan widmete er sich der Anhaltischen Geschichte und veröffentlichte hierüber zahlreiche Beiträge und Publikationen. Im Jahr 1900 erschien Wäschkes Hauptwerk, die „Paschlewwer Jeschichten“ in sechs kleinen Bänden, des Weiteren ein Band mit dem Titel „ De Miehme Wewern ihr Wattenrock“ und ein letzter „Töffchen und sein Notizbuch“.
1901 verabschiedete sich Wäschke aus dem Schuldienst.
Es erfolgte die Ernennung zum Archivrat und gleichzeitig zum Leiter des im Zerbster Schloss untergebrachten „Anhaltischen Staatsarchiv“.
Am 1. April 1925  nach rund 50 Jahren im Dienste des Anhaltischen Landes, ging Prof. Dr. Hermann Wäschke in den verdienten Ruhestand. Er starb am 27. November 1926 im Alter von 76 Jahren in Zerbst.


 



Kalenderblatt vom 21.05.2012

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