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21.09.2012 - Das Stadtmuseum "Wilhelm von Kügelgen" in Ballenstedt

Die Sammlungen des Stadtmuseums, deren Ursprung auf das Jahr 1910 zu datieren ist, sind in einem schlichten Barockpalais aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Das Sammlungsprofil ist in zwei Schwerpunkte gegliedert. Die Inhalte der Themen der stadtgeschichtlichen Abteilung gliedern sich in die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte sowie in die Siedlungsgeschichte. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Residenzzeit der Stadt von 1767 bis 1863, als Sitz der Herzöge von Anhalt-Bernburg, dar.
Sehenswert für Besucher ist auch das so genannte „Kügelgenzimmer“. Dieser Raum wurde zum Gedenken an den Hofmaler und Kammerherrn Wilhelm von Kügelgen eingerichtet.
Von Kügelgen wurde am 20. November 1802 in St. Petersburg geboren. Er war der Sohn des Malers Gerhard von Kügelgen und wuchs in Dresden auf. Er besuchte das Gymnasium in Bernburg/Saale und studierte dann Malerei an der Dresdener Kunstakademie. Nachdem sein Vater 1820 ermordet wurde, führte von kügelgen in eine tiefe Lebenskrise. Er litt zudem an einer zunehmenden Farbenblindheit. In den Jahren 1825/26 lebte er in Rom, wo er sich mit Ludwig Richter, einem bedeutenden Maler der deutschen Romantik und des Biedermeiers, anfreundete. Danach blieb er mehrere Jahre in St. Petersburg. Nach seiner Rückkehr wurde er im Jahr 1833 Hofmaler der kleinen Residenz Ballenstedt und im Jahr 1853 ein Betreuer des geisteskranken Herzogs Alexander Carl von Anhalt-Bernburg.
Kügelgen war gleichzeitig Maler und Schriftsteller.Er schrieb zahlreiche Werke, so z. B. „Drei Vorlesungen über Kunst“ und sein bekanntestes Werk „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“. Das ehemalige Wohnhaus Kügelgens befindet sich bis heute in der Kügelgenstraße 35a.
Mit dem Namen „ von Kügelgen“ hat die Stadt Ballenstedt die Ehre, eine der wohl bedeutendsten Bürgerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts zu präsentieren. Seine Tagebuchaufzeichnungen stellen heute einen bedeutenden Begriff in der deutschen Nationalliteratur dar. Durch seine scharfsinnigen und humorvollen Analysen des Gesellschaftslebens in der kleinen Fürstenresidenz, die von Kügelgen in seinem Tagebuch und Briefen als Aufzeichnungen niederschrieb , wurde ihm in Ballenstedt ein literarisches Denkmal gesetzt.
Im Jahr 1997 wurde zu dem Thema „Arbeits- und Lebensweise der Bevölkerung des anhaltischen Unterharzes“ eine neue volkskundliche Dauerausstellung eröffnet.
Das Stadtmuseum „Wilhelm von Kügelgen“ bietet auch wechselnde Sonderausstellungen mit unterschiedlicher Thematik an. Führungen werden nach Voranmeldung angeboten.

Unter den Ausstellungsthemen befinden sich u. a.:
- Bauliche Wohnkultur im 19. Jahrhundert
- Geräte der Landwirtschaft des 19.Jahrhunderts und des 20.Jahrhunderts
- Handwerkberufe
- Schäfer und Hirten

Das Museum ist ein Teil des Projekts „Gemeinsam sind wir Anhalt“.
 



Kalenderblatt vom 21.09.2012

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