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21.10.2012 - Raguhn - die Insel in der Mulde

Raguhn wurde im Jahr 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Fürst Albrecht IV. bewirkte 1395 die Gerichtsbarkeit über Hals und Hand für Raguhn. 1549 verlieh Fürst Georg Joachim von Anhalt der Stadt das Wappen.
Raguhn liegt auf einer Insel, die aus westlicher Richtung über die Hallesche Brücke, aus östlicher Richtung über die Wittenberger Brücke und aus südlicher Richtung über die Schlossbrücke erreichbar ist. Aufgrund dieser Lage war die Altstadt mehrmals von Hochwasser betroffen. Die Bürger von Raguhn nutzten die Mulde auch als Trink- und Verbrauchswasser. Durch gute Wasserqualität siedelten sich verschiedene Fischarten, wie zum Beispiel Lachse und Lampreten (Neunauge) an, um zu laichen.
Zu Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Raguhn ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald für Jüdische Frauenhäftlinge aus Ravensbrück eingerichtet. Die Kriegsgefangenen mussten Zwangsarbeit verrichten.
Im Jahre 1954 erlebte die Stadt Raguhn ein Jahrhunderthochwasser, es erfolgte eine Massenevakuierung der Einwohner. 48 Jahre später, im August 2002, folgte dann das zweite große Hochwasser, welches auch viele weitere Teile Anhalts erfasste. Die Ausmaße dieser Naturkatastrophe waren für die in den betroffenen Regionen lebenden Menschen verheerend. Die Existenzgrundlagen vieler Einwohner wurden vernichtet oder waren gefährdet.
Im Jahre 1861 wurde eine RMIG GmbH von Gottlob Herbrandt gegründet, welche nun bereits seit 150 Jahren in Raguhn ansässig ist. Die Herbrandt AG ist der größte Arbeitsgeber der Stadt Raguhn.
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Städte Raguhn und Jeßnitz zusammen. Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Raguhn aufgelöst.
Regelmäßig findet in Raguhn ein Heimat- und Schützenfest, das Altstadtfest und ein Kinderfest statt.

Wussten Sie schon, dass in Raguhn ein Betrieb des Getränkeindustrie „Libehna Fruchtsaft GmbH“ ansässig ist? Das Unternehmen wurde im 1876 als Firma „Heßler & Herrmann“ in Raguhn gegründet, hieß später „Aromatica“ und firmierte in der DDR unter dem Begriff „VEB OGIS“. Der Name des Getränkeindustriebetriebs wurde 1990 von der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Schloss Libehna“ entliehen und steht nicht im Zusammenhang zur Gemeinde Libehna. Die Firma liefert Getränke für den Groß- und Einzelhandel.

 



Kalenderblatt vom 21.10.2012

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