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22.01.2012 - Eine Gärtnerwohnung der absoluten Vollkommenheit – Das Gotische Haus in Wörlitz

Das Gotische Haus in Wörlitz„Schon der Eintritt ins Vorzimmer unten verkündet, was man hier zu erwarten habe. (…)
Dies versetzt gleich in die rechte Stimmung: du wandelst hier in lauter Denkmälern altdeutscher Vergangenheit!“

(Carl August Boettiger. 1797)


Was Carl August Boettiger hier beschreibt, lässt erahnen, wie eindrucksvoll doch solch ein Rundgang durch diese einzigartige Architektur mit all seinem Zauber der Vergangenheit sein muss.
Aber nicht nur für den Besucher hat das Haus seine Bedeutung, sondern allgemein für die deutsche Architekturgeschichte. Das Gotische Haus gilt als eines der frühesten und heute besterhaltenen neogotischen Bauwerke auf europäischem Boden.
Von Fürst Franz in Auftrag gegeben, wurde das Haus ab 1773 bis 1813 von Georg Hesekiel und Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff errichtet. Was Anfangs nur als Gärtnerwohnung vorgesehen war, wurde dann Wohnhaus des Fürsten. Ab 1785 ließ er das Gebäude in mehreren Etappen erweitern und verschiedene Bauwerke aus Europa flossen als Vorbild ein.
So ist als Besonderheit zu erwähnen, dass die Front des Hauptgebäudes der Fassade der venezianischen Kirche „Maria dell`Orto“ nachempfunden ist. Für die Fassade der Gartenseite im Stil der Tudorgotik ließ sich Fürst Franz vom englischen Herrensitz „Strawberry Hill“ inspirieren.
Neben seiner Wohnräume hatte Fürst Franz auch an Räumlichkeiten für seine zahlreichen Sammlungen gedacht. In ihnen finden Sie zum Beispiel kostbare Schweizer Glasgemälde aus dem 15.-17. Jhd, die in die hohen Maßwerkfenster eingebaut sind. Oder auch etliches an Malerei aus dem 16.-18.Jh., unter anderem von Lucas Cranach.
Erwähnenswert ist auch der Gartensaal. Er erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss der Gartenseite und ist farbig verglast. Drei Büsten des Urgroßvaters des Fürsten, Johann Georg II., zieren ihn und schaut man mal zur Decke hoch, finden sich dort Tafelgemälde, die die Urgroßmutter, Henriette Catharina, zeigen.
Erleben Sie den Charme dieses Hauses einmal selbst und besuchen Sie es im anhaltischen Jubiläumsjahr!
 



Kalenderblatt vom 22.01.2012

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