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22.02.2012 - Isaak Markus Jost – der Bernburger Nachkömmling der Aufklärungshistorie

Titelbild der Jost-Biographie von Heinrich ZirndorfDer jüdische Historiker und Pädagoge Isaak Jost kam am 22. Februar 1793 in Bernburg zur Welt, wo er als Sohn einer armen Großfamilie bis zum Tode seines Vaters lebte. 1803 kam Jost in die Samsonschule, ein jüdisches Internat in Wolfenbüttel, wo er den Grundstein für sein fundiertes Wissen über die talmudische Literatur legte. Die dort angewandten Ausbildungsmethoden führten jedoch zu einer lebenslangen Abneigung Josts gegen den Talmud (eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums).
Erst der spätere Schulleiter Samuel Ehrenberg reformierte die Schule im Sinne der Aufklärung und verhalf Jost dadurch 1809 als erster Jude in die Oberstufe des Braunschweiger Gymnasiums zu wechseln. Zur gleichen Zeit unterrichtete er vier Jahre lang als Hauslehrer.
Isaak Jost studierte vorerst in Göttingen und später in Berlin und war für einige Jahre Vorstandsmitglied der „Gesellschaft der Freunde“ (ein jüdischer Hilfsverein in Berlin, der 1935 verboten wurde). Bis zu seinem Umzug nach Frankfurt am Main im Jahr 1835 fungierte Jost als Leiter einer Privatschule und unterrichtete anschließend 25 Jahre lang in Frankfurt am Philanthropin (eine Schule der ehemaligen israelitischen Gemeinde).
Doch Isaak Jost war eben nicht nur ein Pädagoge, sondern auch einer der bekanntesten jüdischen Historiker des 19. Jahrhunderts.
So veröffentlichte er neben einer englischen Sprachlehre und einer Jugendbibel die jüdische Wochenzeitschrift „Israelitische Annalen“ von 1839 - 1841.
Isaak gilt als ein verspäteter Nachkömmling der Aufklärungshistorie, der immer eine kritische und objektive Darstellung der Ereignisse geben wollte.
Es heißt, er versuchte immer Widersprüche zu harmonisieren und vermied jede Stellungnahme. Ein Kollege Josts sagte einmal über ihn, dass er Aufregungen überhaupt nicht mochte, weder im Leben noch in der Geschichte.
Isaak Markus Jost starb am 20. November 1860 in Frankfurt am Main, kurz nach seinem 25-jährigen Dienstjubiläum am Philanthropin.


 



Kalenderblatt vom 22.02.2012

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