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22.03.2012 - Gottfried Bandhauer - Aufstieg und Fall eines Architekten

Unterschrift von Gottfried BandhauerEr war und ist bekannt als der Konstrukteur des Klassizismus in Köthen. Gottfried Bandhauer wurde am 22. März 1790 in Roßlau als uneheliches Kind von Luise Graul geboren, die später den aus Hundeluft stammenden Amtmann H. Gottfried Bandhauer heiratete.
Bereits mit 15 Jahren begann der gebürtige Roßlauer seine Lehre als Zimmermann. Die anschließende Wanderschaft als Zimmergeselle brachte Gottfried nach Darmstadt, wo er beim Oberbaurat Georg Moller Architektur studierte und von 1816 bis 1818 als Lehrer an der Bauschule angestellt war.

Mit dem Umzug nach Köthen begann fünf Jahre später wohl endgültig die Karriere des Roßlauers. Der Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen erhob Bandhauer zum Baukondukteur. Unter diesem Titel leitete er unter anderem die Fortsetzung der Bauten am Residenzschloss Köthen und den Bau des Spiegelsaals im Ludwigsbau.
Mit der Ernennung zum Bauinspektor 1822 wurde Bandhauer die alleinige Leitung aller herzoglichen Bauten zugesprochen. In seinen Wirkungsbereich fielen aber nicht nur der Bau von Kirchen oder Schlossbauten, sondern auch Ställe und Brücken gehörten dazu.

Leider gab es in Gottfried Bandhauers Karriere auch zwei einschneidende Erlebnisse, die sein Leben veränderten. 1825 stürzte die von ihm erbaute Nienburger Hängebrücke ein und einige Jahre später das Baugerüst des Köthener Glockenturms. Diesen Ereignissen folgten dann Verhaftung, die fristlose Entlassung und Verurteilung. Nach mehreren Versuchen, seine Unschuld zu beweisen, kehrte der gescholtene Gottfried Bandhauer als wohlhabender Bürger in seine Geburtsstadt Roßlau zurück, wo er am 22. März 1837, zu seinem 47. Geburtstag starb.
Dort ist heute seine Grabstätte, eine von ihm selbst erbaute Pylone, zu finden.
 



Kalenderblatt vom 22.03.2012

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