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22.07.2012 - Die Marienkirche - das älteste Gebäude der Stadt Dessau

Die Marienkirche, Blick vom SchlossplatzDie Dessauer Marienkirche ist das wohl älteste Gebäude der Stadt. Bereits 1263 wurde hier ein Vorgängerbau erwähnt, auf dessen Grundlage 1506-1523 die heutige Marienkirche durch Ulrich von Schmiedeberg erbaut wurde. Durch seine unterschiedlichen Bau- und Renovierungsphasen erstrahlt der Kirchenbau heute im spätgotischen Stil mit Renaissancecharakter. Als eine der südlichsten Bauten norddeutscher Backsteingotik nimmt sie bei der Bevölkerung eine ganz besondere Stellung ein. Jahrelang dem Verfall überlassen, erstrahlt sie erst seit 1998 wieder in neuem Glanz.
Nach der Einweihung im Oktober 1523 vom Erzbischof Albrecht von Magdeburg und der Reformation im April 1534 wurde die Marienkirche zur Hauptkirche von Dessau. 1550 kam es zum Einsturz des vom Vorgängerbau herrührenden Westriegels, dem jedoch die Errichtung eines neuen Westturmes folgte. Im 18. Jahrhundert, unter der Regentschaft des „Alten Dessauers“ wurde die Kirche renoviert und umgebaut. Hierbei entstand eine Gruft für die Familie des Fürsten, die im 19. Jahrhundert um eine weitere Gruft für die herzogliche Familie erweitert wurde. Nahezu jeder Fürst ließ während seiner Regierungszeit etwas an diesem imposanten Bau verändern oder erneuern. So auch Fürst Franz, der den Fürstenstuhl und die dreistöckige Seitenempore im Kircheninnern errichten ließ.
Ein bitteres Ende für die Kirche und die charakteristischen Züge der jeweiligen Epochen kam am 7. März 1945. Beim Luftangriff der Alliierten wurde die Marienkirche bis auf ihre Außenmauern völlig zerstört. Damit traf man besonders die Bevölkerung mitten ins Herz und so prägte die Ruine des Kirchenbaus lange Zeit das Stadtbild. Trotz Notbedachung des Turmes, litt die Kirche stark unter dem zunehmenden Verfall.
Mit der politischen Wende kam auch die Wende für dieses Gebäude. Mit Beginn des Wiederaufbaus von Turm und Schiff rückte auch die Kirche immer mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung. Schon 1994 ließen es sich viele Einwohner nicht nehmen, bei der ersten Aufführung in der noch nicht fertig gestellten Kirche dabei zu sein.
Am 5. Dezember 1998 gelang die Wiedereröffnung der Marienkirche, die heute ein repräsentativer Veranstaltungsort ist und wichtiges kulturelles Zentrum für die Stadt ist. Ihr besonderes Ambiente wird besonders für Konzerten, Theateraufführungen und Sonderausstellungen geschätzt. Jährlich öffnet für eine Woche ein ganz besonderer Weihnachtsmarkt seine Pforten, der nicht nur bei den Dessau-Roßlauern sehr beliebt ist.

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Kalenderblatt vom 22.07.2012

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