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22.08.2012 - Die Oberbürgermeisterinnen in Dessau

OB Sylvia Retzke, Amtszeit von 1984-1990, Foto von Bernd HelbigEine Besonderheit der Stadt Dessau war es, die erste und einzige Stadt der DDR zu sein, in der so viele Frauen über einen längeren Zeitraum als Bürgermeisterin agierten. Im Jahr 1949 wurde Lisa Krause zur ersten Oberbürgermeisterin Dessaus gewählt. Am 29. November 1914 in Halle geboren, beteiligte sie sich an illegalen Widerstandskämpfen während der Zeit des Nationalsozialismus und wurde viermal verhaftet. 1948 gründete sie die „ antifaschistischen Frauenausschüsse“. Sie wurde 1948 zur Direktorin des HO-Warenhauses in Dessau und kurze Zeit später, am 11. November 1949, zur Bürgermeisterin gewählt. Lisa Krause war mit verantwortlich für die Grundsteinlegung der Zerbster Straße und wurde 1951 zur Hauptabteilungsleiterin in das Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt berufen. Sie war Abgeordnete der Volkskammer der DDR und im „Demokratischen Frauenbund Deutschlands“ tätig. Nach zwei Jahren Amtszeit wechselte sie in die Bezirksverwaltung Halle und war dort als Leiterin der Handelsinspektion und der Bezirksleitung der SED tätig. Sie starb in Halle am 28. März 1965.
Am 1. November 1951, im Alter von 44 Jahren, trat Maria Dank, als zweite Bürgermeisterin die Nachfolge von Lisa Krause an. Sie wurde 1907 in Königsberg geboren. In ihren jungen Jahren studierte sie an der Sportschule Spandau und war Frauenturmwärterin einer Turnmannschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie am 15. Januar 1951 als Landrätin im Saalkreis eingesetzt und am 1. November 1951 zur zweiten Oberbürgermeisterin von Dessau gewählt. Mitglied der Bezirksleitung der SED Halle war sie von 1955-1963 und von 1951-1966 in der Kreisleitung der SED Dessau. Die dritte Oberbürgermeisterin hieß Thea Hauschild und wurde in Weißenfels am 3. Dezember 1932 geboren. Nach ihrer Schulzeit und ihrer Arbeit in der Schuhfabrik Weißenfels, legte sie in Halle ihr Abitur an der Arbeiter- und Bauernfakultät "Walter Ulbricht" ab und nahm dann ein Studium an der Hochschule für Ökonomie in Berlin auf. Ab 1957 war sie die stellvertretende Vorsitzende der Kreisplankommission beim Rat des Kreises Weisenfels. Ein Wechsel erfolgte 1962 zum Rat des Bezirks Halle als Leiterin der Unterabteilung für Plankommission. 1963 wurde sie die dritte Oberbürgermeisterin Dessaus. In der folgenden Zeit war sie auch Mitglied der Bezirksleitung der SED Halle und der Volkskammer der DDR. Nach 21 Dienstjahren wurde sie 1984 aus gesundheitlichen Gründen abgesetzt und starb am 22. März 2001 in Berlin. Um diese Tradition weiter zu führen, wählte man Sylvia Retzke als nachfolgende Oberbürgermeisterin. Sie wurde am 21. Oktober 1950 in Schönebeck geboren, erlernte den Beruf der Mechanikerin und studierte ebenfalls in Berlin an der Hochschule für Ökonomie. Sie war Gruppenleiterin der Stadtplankommission und wurde 1979 Stadträtin für Jugendfragen, Körperkultur und Sport. Das Amt der Oberbürgermeisterin trat sie dann im Jahr 1984 an. Ihr Rücktritt erfolgte am 24. Januar 1990. Mitglied der Volkskammer der DDR war sie seit 1985 und von 1984-1990 war sie Mitglied des Sekretariates der Kreisleitung der SED.
 



Kalenderblatt vom 22.08.2012

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