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23.01.2012 - Die Wasserjette – ein Zerbster Original

In Zerbst lebte damals die fleißige "Wasserjette"Henriette Schulze wurde 1835 als Kind armer Leute in Zerbst geboren. Ihr Vater war Kirchenschließer und Balgentreter an der Bartholomäikirche in Zerbst.
Da Henriette alleinstehend war, musste sie sich alsbald selbst ernähren. Als Frau zu damaligen Zeiten keine leichte Aufgabe.
Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich durch Wasserfahren (1 Fass = 30 Groschen), Teppichklopfen, Nähmaschinen von Ort zu Ort tragen und sonstige Arbeiten.
Das Wasser schöpfte sie bei der Rammelsburg (Alte Brücke), an der Ankuhnschen Mühle und am „Äppelwall“ (Post) aus der Nuthe.

Den Zerbstern war das fleißige "Jettchen" mit ihrem kräftigen Körper, dem männlich harten Gesicht, den prallen roten Armen und derben Fäusten bekannt. In ihrem grünen Alltagskleid, mit brauner Mütze und blauer Rüsche, den hohen Männerstiefeln und ihrem Wasserwagen sah man sie tagein und tagaus.

Sie war eine fleißige, ehrliche, saubere und resolute Frau, die sich oft auch handgreiflich gegen ihre Peiniger zu verteidigen wusste. Strafen von der Polizei oder vom Schöffengericht waren für sie nichts Seltenes. Aber nie war zu hören oder zu lesen, dass einer ihrer Peiniger je bestraft worden wäre.
Durch den Bau der Wasserleitung 1894 in Zerbst verlor sie ihre Arbeit als „Wasserjette“ und ihre Geschichte neigt sich dem Ende.

Auf dem Markt neben dem Roland kann man jedoch noch eine kleine Skulptur sehen, die die arme Henriette heute ehren soll. 


 



Kalenderblatt vom 23.01.2012

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