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23.07.2012 - Georg Heinrich Christian Lippold – Pfarrer und Naturforscher zugleich

Kirche in Riesigk, in der Lippold als Pfarrer tätig war

In den Orten Horstdorf und Riesigk ist der am 23. Juli 1767 in Dessau geborene Georg Lippold sicher noch bekannt, denn dort war der Schriftsteller und Naturforscher 46 Jahre lang als Pfarrer tätig und genoss großes Ansehen.
Lippold studierte in Halle Theologie und unterrichte danach als Lehrer am Philanthropin in Dessau. 1796 bewarb sich der Naturliebhaber auf die Pfarrstelle in Horstdorf, die er dann übernahm und bis zu seinem Tode auch behielt. Während dieser Tätigkeit in den Gemeinden taufte Lippold 950 Kinder und traute 300 Paare.
Lippolds zweite Leidenschaft galt der Natur, die er anhand unzähliger Bücher und Beobachtungen selbst studierte. Besonders die einheimische Pflanzen- und Tierwelt hatte es ihm angetan. So wuchsen und gediehen in seinem Garten seltene einheimische Pflanzen, aber auch Gewächse aus dem Ausland. Das dadurch erworbene umfangreiche Wissen erlaubte es ihm, Bücher zu schreiben. So etwa „Unser Planet oder die Erde in mathematischer und physikalischer Hinsicht“ (1815), ein Werk was besonders jüngere Leser ansprach, oder „Der Mensch im rohen Natur-Zustande“ (1818), in der er die Entwicklung der Menschheit darstellt. Aber auch auf dem Gebiet der Religion verfasste Lippold einige bedeutende Werke. 1832 ernannte die Naturforschende Gesellschaft zu Halle den Pfarrer zum ordentlichen Mitglied und ehrte ihn damit für seine Verdienste.
Georg Heinrich Christian Lippold verstarb am 15.12.1841 in Horstdorf und setzte sich selbst, nicht zuletzt durch die Vollziehung der Kirchenunion in seinen Gemeinden, ein eigenes Denkmal. Er schaffte den organisatorischen Zusammenschluss von Orthodoxer Ostkirche und katholischer Westkirche noch vor seinen Amtskollegen in Dessau und Zerbst.

 



Kalenderblatt vom 23.07.2012

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