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23.09.2012 - Die Astronomische Station "Samuel Heinrich Schwabe"

Ein Teleskop aus der Astronomischen StationNach dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten „Sputnik“ im Jahre 1957 stieg das Interesse an astronomischen Sachverhalten bei vielen Menschen sprunghaft an. Zu DDR-Zeiten wurde daraufhin im Jahr 1959 das Unterrichtsfach „Astronomie“ in den Schulunterricht eingeführt. Im Herbst 1969 wurde die Astronomische Station, als zweite im damaligen Bezirk Halle, auf dem Gelände des heutigen Walter-Gropius-Gymnasiums eingeweiht. Zuerst wurde das Planetariumsgebäude eingerichtet und einige Wochen später wurde die kleine Beobachtungsstation eröffnet. Abgesehen von den Eindrücken, welche die reale Natur bietet, gibt es kaum ein besseres Anschauungsmittel als das Planetarium, um die Vorgänge am Sternenhimmel wirkungsvoll zu demonstrieren. Der Einsatz des Planetariums unterstützt sowohl das fachliche als auch das räumliche Vorstellungsvermögen und hinterlässt bei seinen Besuchern eine meist lang anhaltende positive Wirkung. Benannt wurde die Station nach dem Dessauer Astronom, Apotheker und Botaniker „Samuel Heinrich Schwabe“. Internationale Anerkennung genießt Schwabe aus astronomischer Sicht vor allem durch die Entdeckung der 11-jährigen Sonnenfleckenperiodizität, aber auch durch weitere Entdeckungen und Hypothesen.
Seine jahrelangen astronomischen Beobachtungen, welche er aus seinem kleinen Observatorium im Dessauer „Schwabehaus“ durchführte, erregten schon zu Lebzeiten große Aufmerksamkeit in Fachkreisen. Seine Forschungen wurden mit der goldenen Medaille, der höchsten Auszeichnung der britischen „Royal Astronomical Society“ geehrt. Seit der Eröffnung des Planetariums war die Wahrung, Aufarbeitung und Verbreitung des Erbes von Samuel Heinrich Schwabe eine wichtige Aufgabe im Zusammenhang mit der astronomischen Station.
Die Astronomische Station des Gymnasiums in Dessau-Süd besteht aus einem Planetarium (8 m-Kuppel), einer Beobachtungsstation (4,20 m - Kuppel) und einem Kursraum. In der Vortragskuppel mit ca. 40 Sitzplätzen befindet sich ein Projektor (Typ ZKP-2P). Mit dem Projektor können die Darstellung des Sternenhimmels, Bewegungen und weitere astronomische Beobachtungen vorgeführt werden. In der Beobachtungsstation befindet sich ein großes Linsenfernrohr zur genaueren Besichtigung von Planeten und anderen Himmelsobjekten. Im Kursraum, welcher 2008/09 generalsaniert wurde, findet der Astronomieunterricht für die Schüler der 9. und 10. Klasse des Gropius-Gymnasiums statt. Jährlich besuchen 8.000 bis 10.000 Menschen die Station. Bei Besuchergruppen stehen Wissensvermittlungen durch Vorträge und Gespräche im Vordergrund.
Zu den Gästen gehören Schüler von Gymnasien und Sekundarschulen aus Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen, Köthen (Anhalt) und Lindau, welche im Rahmen des Astronomieunterrichtes hier Wissenswertes erfahren. Für Lehrkräfte werden Fort- und Weiterbildungen durchgeführt. Studenten, Abteilungen aus verschiedenen Betrieben, Gruppen aus Kindergärten, Grundschulen, Sonderschulen, ausländische Gäste der Stadt, Vereine und interessierte Bürger nutzen die angebotenen Vorträge gern. Das bewährte Veranstaltungskonzept wird durch den Leiter der Einrichtung, Herrn Michael Teichert, dem Diplomlehrer und Oberstufenkoordinator des Walter-Gropius-Gymnasiums, betreut. Durch den Schwabe-Verein wurde zur Unterstützung der Astronomischen Station ein Spendenkonto eingerichtet.

 



Kalenderblatt vom 23.09.2012

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