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23.10.2012 - Die Stadt Güsten

Erstmalig wurde der Name Güsten in einer Urkunde des Kaisers Otto I. aus dem Jahr 970 erwähnt. 1373 erhielt Güsten von den anhaltischen Fürsten Heinrich IV. und Otto III. von Anhalt das Stadtrecht. Der Ort blieb relativ klein und ohne nennenswerten Kern. Im Jahr 1600 hatte Güsten 800 Einwohner, war dörflich geprägt und von der Landwirtschaft bestimmt. Vor dem Dreißigjährigen Krieg lebten 27 Bauern in der Stadt. Güsten verfügte über eine Stadtmauer, bestehend aus dem Magdeburger Tor und dem Halleschen Tor. Die Mauern dienten jedoch eher der Kontrolle als dem Schutz. Die Verwaltung und Herrschaft ging vom nahe gelegenen Warmsdorf aus. Hier waren im herrschaftlichen Schloss die Fürsten Anhalts zu Hause.
Im Jahre 1487 wurde ein St.-Hedwig-Hospital erbaut und in der Nähe auch die St.-Vitus-Kirche. 1609 errichtete man erstmals eine Schule, ein Rathaus und das Staßfurter Tor.
Zwei Jahre später brach die Pest in der Stadt aus. Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg neun Mal geplündert, bis nur noch drei Familien übrig blieben. Nach einem Stadtbrand im Jahr 1691 wurde eine neue Siedlung errichtet.
Die Zeit der französischen Besatzung durch Napoleon brachte Güsten in eine schwierige Lage, bis es den Truppen Schills gelang, die Region aus dem Geschehen zu befreien.
Im Jahr 1750 folgten die Postlinie Aschersleben/Halle und 1782 die Postlinie Magdeburg/Mansfeld. An Bedeutung für die Region nahm Güsten mit der Industrialisierung zu. Am 10. Oktober 1865 fuhr der erste Zug auf der neuen Strecke von Bernburg nach Aschersleben. Ab 1878 wurde die Strecke Berlin-Wetzlar mit einer militärischen Kanonenbahn fertig. Zwischen Güsten und Amesdorf entstanden ein Güterbahnhof, ein Güterschuppen und diverse Rangiereinrichtungen. Bereits 1914 war die Einwohnerzahl in Güsten auf 5.300 angewachsen und in dieser Zeit wurden die neue Schule am Markt, die Post und eine Katholische Kirche errichtet. Das Rathaus erhielt sein Turm, Vereine für Sport und Kultur entstanden und wurden aktiv, von denen bis heute noch viele in der Stadt existieren. 1919 wurden der Sportplatz am Stadion und die Badeanstalt errichtet.
Am 17. April 1945 trafen US-Soldaten in der Stadt ein. Güsten befand sich bis zum Juni 1945 unter amerikanischer Besatzung, bis die sowjetischen Truppen die Stadtverwaltung übernahmen.
Durch die Bodenreform siedelten sich Neubauern an und neue Häuser wurden errichtet. 1952 erfolgte die Gründung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Der Stadt Güsten gehörte zum Kreis Staßfurt und dem südlichsten Zipfel des Bezirkes Magdeburg.
Nach 1990 gehörte Güsten zum Landkreis Bernburg und nach der Kreisgebietsreform im Jahr 2007 zum Salzlandkreis.
 



Kalenderblatt vom 23.10.2012

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