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23.12.2012 - Georg der Starke, der Beringer genannt

Eines Tages waren viele vornehme Herren und Fürsten in der alten Hofstube zu Dessau versammelt und ergötzten sich auf mancherlei Art. Einer unter ihnen hatte einen welschen Ringer mitgebracht, der für sehr stark galt, so kam das Gespräch sehr bald darauf, ob nicht Fürst Georg einen Gang mit ihm versuchen wolle. Anfangs weigerte sich der Fürst. Weil aber die Herren ihn ohne Unterlaß baten, ging er endlich doch darauf ein. Das Ringen begann. Der fremde, sehr gewandte Ringer war zuerst im Vorteil, und der Fürst hatte noch das Unglück, zu straucheln und zu Boden zu fallen. Alle, die es mit ansahen, lachten. Den Fürst verdroß dies sehr und alsbald schickte er sich zu einem zweiten Gange mit dem Welschen an. Es währte nicht lange, da war der Fürst Georg Sieger. Er setzte dem Ringer beide Hände auf die Schultern und drückte ihn mit einem Druck in einen Klumpen zusammen, dass er tot niederfiel.
Einmal begegnete dem Fürsten auf einem schmalen, über die Mulde führenden Stege (geeint ist das Gestänge, von dessen hohem Alter man sich danach ein Bild machen kann) ein großer Bär, und es war kein Ausweichen. Unerschrocken sagte der Fürst sich: „Du musst mir, oder ich dir weichen!“ und gab dem Bären einen Schlag, dass dieser alsbald über die Seite in den Fluß stürzte. Dieses Stück hat ihm – nach der Sage! – den Beinamen Beringer (Bärringer) eingetragen.

Quelle: „Dessauer Sagen – gesammelt und mitgeteilt von Gisela Völker
 



Kalenderblatt vom 23.12.2012

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