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24.01.2012 - Die Fruchtbringende Gesellschaft- eine bedeutende Sprachgesellschaft in Deutschland

Sitzung der „Fruchtbringenden Gesellschaft“; Kupferstich von Peter IßelburgDie Fruchtbringende Gesellschaft ist die erste und bis heute bedeutendste Sprachgesellschaft in Deutschland. Sie entstand 1617 in Weimar und wurde von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen ins Leben gerufen, um unter anderem Deutsch als Sprache sowohl von Gelehrten als auch von Dichtern zu propagieren. Die Fruchtbringende Gesellschaft wurde auch Palmenorden genannt, da ihr Emblem die damals recht exotische Kokospalme war. Der Palmenbaum galt in der früheren Neuzeit als nützlicher und in all seinen Teilen sinnvoll verwend- und verwertbarer Baum. Das Beiwort "Alles zu Nutzen" hält als Leitwort die universale Gesellschaftsethik der Fruchtbringer fest.
Als bei einem Tischgespräch das Thema auf Sprachgesellschaften im Ausland und das Fehlen eines neuen Pendants kam, regte Hofmarschall Kaspar von Teutleben die Gründung eines solchen Zirkels an. Spontan schlossen sich Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen, die drei Herzöge - Friedrich, Johann Ernst d. J. und Wilhelm - von Sachsen-Weimar, der Freiherr Christoph von Krosigk und sein Bruder Bernhard von Krosigk dieser Idee an und gründeten noch am selben Tag die Fruchtbringende Gesellschaft. 
Die Fruchtbringende Gesellschaft wuchs schnell und ständig, obwohl allein ihr erstes Oberhaupt - Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen - neue Mitglieder aufnehmen konnte. Das Aufnahmeritual nannte man „Hänselung“. Frauen waren als Mitglieder offiziell nicht zugelassen, aber aus Überlieferungen lässt sich erkennen, dass zumindest Ehefrauen an Treffen teilnahmen und die Gesellschaftsnamen ihrer Gatten nutzten.
Wenige Jahre nach Ludwigs Tod, unter dem zweiten Oberhaupt Herzog Wilhelm begann der Niedergang der Gesellschaft durch die Ausrichtung zu einem repräsentativen rein höfischen Ritter-Orden. Mit dem Tod des dritten Oberhauptes 1680 starb die Fruchtbringende Gesellschaft langsam aus.
 



Kalenderblatt vom 24.01.2012

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