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24.02.2012 - Die Vergessenen Zeugen des Fürstentums Anhalt – Die Meilensteine

Meilensteine in AnhaltDie runden, ca. 1 m hohen Zeitzeugen längst vergangener Tage sind noch heute an einigen Straßen Anhalts und besonders der Umgebung von Dessau und Zerbst zu finden. Meilensteine mit der Inschrift „I, II oder III Meilen bzw. Myriameter“ und den Ortsangaben „Dessau“ oder „Zerbst“ zeigten früher die Entfernung zur Residenzstadt des Fürstentums Anhalt an.
Ursprünglich für die Post im 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt, verwendete man sie später um die Längen der Chausseestraßen zu bestimmen.

Heute haben die Steine mit ihrer schlichten und einfachen Form keine verkehrstechnische Bedeutung mehr.
Zwar gibt es keine genaue Angabe über den Beginn von Straßenvermessungen, aber den ersten Hinweis auf solch einen Meilenstein lieferten Unterlagen aus dem Jahr 1853.
18 Jahre später begann man mit der Neuvermessung der anhaltischen Straßen. Ausgangspunkt dafür war die Statue des Fürsten Leopold auf dem Markt in Dessau.
In einem Erlass von 1870 wurde schriftlich festgelegt: „ Für das Herzogtum Anhalt befindet sich der Nullpunkt (…) in der Stadt Dessau als dem Sitze der Regierung…“
Damals wurden alle 75 Meter solche Steine gesetzt, auf denen jeweils zwei Nummern standen. Die Zahl vor dem Komma gab die Meile von Dessau an, die Zahl nach dem Komma die Anzahl der Station pro Meile.
Seit 1873 galt eine neue Einteilung von Metern, Kilometern und Myriameter, wobei 1 Myriameter 10 Kilometer entsprach.
Auch dies kann man noch auf manchem Meilenstein lesen.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass diese stummen Zeitzeugen oft unbeachtet und verdeckt sind oder aus Unkenntnis entfernt werden. Die „Forschungsgruppe Meilensteine“ setzt sich deshalb für den Erhalt dieser Steine ein und freut sich über jeden neu entdeckten „Vergessenen“.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.forschungsgruppe-meilensteine.de
 



Kalenderblatt vom 24.02.2012

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