HomeStartseiteKalenderblätter

24.04.2012 - Das Rathaus zu Dessau

Das Rathaus in DessauDas Dessauer Rathaus in der Zerbster Straße ist ein Wahrzeichen der Stadt Dessau-Roßlau und heutiger Sitz der Stadtverwaltung.
Die Geschichte des Dessauer Rathauses reicht weit bis in das Jahr 1336 zurück. Seine Geburtsstunde beginnt mit der Übertragung des ehemaligen Kaufhauses an die Fürsten Albrecht und Waldemar am 12. März 1336. Schon seit jener Zeit war das Gebäude für die   Bürger der Stadt ein Treffpunkt für Innungssitzungen, Ratssitzungen, Rechts- und Ordnungsangelegenheiten zum Gemeinwohl der Stadt. So ist es als Dessaus erstes „Rathaus“ anzusehen.
In der Folgezeit ist die Quellenlage über die ältesten Rathausbauten spärlich. Bekannt ist jedoch, dass das vorhandene Rathausgebäude im Jahre 1467 abbrannte. Auch der Nachfolgebau wurde vermutlich durch einen Brand zerstört. Über einen Neubau wurde erstmalig im Jahre 1563 berichtet. Dieser wiederum erhielt 1882/83 eine aufwändige Restaurierung und wurde zum Teil auch umgebaut. Es besaß eine große und eine kleine Ratsstube, einen ansprechenden Ratssaal und in den Obergeschossen eine Rüst- und Schatzkammer. Im Untergeschoss befand sich traditionsgemäß der Ratskeller.
Bereits 1895 war das Rathaus verwaltungstechnisch wieder zu klein geworden. Nach etwa vier Jahren Planungsphase wurde das Vorhaben eines Großneubaus im Oktober 1898 in die Tat umgesetzt. Nach einem Architekturwettbewerb, den das renommierte Architektenbüro Reinhardt und Süßenguth aus Charlottenburg bei Berlin für sich entscheiden konnte, entstand ein repräsentatives Rathausgebäude im Stil der Neorenaissance, das 1901 feierlich der Dessauer Bürgerschaft übergeben wurde. Fast zehn Jahre danach, am Abend des 2. April 1910, brannte das Rathaus und mit ihm tausende auf dem Dachboden gelagerte Akten, Stadtrechnungen und sonstiges wertvolles Archivmaterial aus der Stadtgeschichte. Zwei Tage nach dem verheerenden Ereignis beschloss der Gemeinderat den Wiederaufbau. Ab dem 3. Mai 1912 stand der in alter Form hergerichtete Sitzungssaal dem Gemeinderat wieder zur Verfügung.
In den Jahren 1934 und 1935 entstand als Rathauserweiterung der Ostflügel. Damals beherbergte das Rathaus auch die Sparkasse, eine Polizeistation und die Feuerwache. Hinweise, die auf die alte Polizeistation hindeuten, sind heute noch an den eisernen Gittern und Toren im Erdgeschoss zu erkennen. Während des schwersten Luftangriffs auf Dessau am 7. März 1945 wurde das Rathaus stark beschädigt, das gesamte Gebäude brannte völlig aus.
Doch es wurde in den nun folgenden, schwierigen Nachkriegszeiten wieder aufgebaut und nochmals erweitert, allerdings ohne den Schmuck der Türmchen und weiterer baulicher Details an der ehemals so schönen Neorenaissance-Fassade des Nordgiebels wieder herstellen zu können. Erhalten geblieben jedoch ist der schöne turmartige Erker, der das Ratsgebäude so repräsentativ erscheinen lässt.
Der Ratskeller konnte am 1. März 1949 als „HO – Gaststätte“ seine Pforten wieder öffnen. 1950 wurde Richtfest gefeiert und am 18. November 1952 die westliche Eingangshalle für den Publikumsverkehr freigegeben. Heute ist das Rathaus zu Dessau Sitz der Stadtverwaltung der Stadt Dessau-Rosslau und für alle Bürger der Stadt zugänglich.
Der Rathausturm ist mit seiner Höhe von 73 Metern nicht nur der höchste Turm in Dessau, sondern auch Stationspunkt jeder Stadtführung. Um auf die in 42 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform zu gelangen, bedarf es einem Aufstieg von 160 Stufen.

 

 



Kalenderblatt vom 24.04.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen