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24.05.2012 - Nienburg an der Saale – die Heimat der Annalista Saxo

Wappen der Stadt Nienburg (Saale)Die Stadt Nienburg (Saale) kann auf eine 1.050-jährige Geschichte zurück blicken. Im Jahre 961 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die zum fränkischen Reich gehörenden Karolinger errichteten aber vermutlich bereits zwischen 930 und 950 eine Burg an der Stelle, wo heute das Kloster zu finden ist. Diese Burg trug den Namen „Neue Burg“, woraus sich der Stadtname Nienburg ableitet. 975 wurde das Mönchskloster bzw. die Benediktiner-Abtei von Thankmarsfelde im Harz nach Nienburg verlegt, zu dieser Zeit war von der Burg schon nichts mehr zu sehen.
Die tausendjährige Klosterkirche des Klosters Nienburg ist eines der bedeutendsten frühgotischen Bauwerke im mitteldeutschen Raum. Das Glockenspiel auf dem Gebäude der Wohlfahrtsstiftung wurde aufwendig saniert und ist heute das Einzige seiner Art in Mitteldeutschland.
Die Lage bot beste Voraussetzungen für eine Ansiedlung, gelegen an zwei wichtigen Handelsstraßen und Flüssen entwickelte sich Nienburg bald zu einem wichtigen Marktort und erhielt im Jahr 1035 das Münz – und Marktrecht.
Nienburg ist die Heimat der Annalista Saxo, der berühmten Reichschronik, dessen Verfasser leider nicht eindeutig belegt ist. Vermutlich war es ein Abt Arnold aus dem im Ort ansässigen Kloster.
Einen schweren Schlag erlitt Nienburg im 30-jährigen Krieg, als der Ort fast vollständig zerstört wurde. Von 120 Häusern waren lediglich noch 12 bewohnbar, trotz allem wurde die Stadt wieder aufgebaut. So hatte 1715 die Fürstin Gisela von Agnes die Möglichkeit, ihren Witwensitz in das Nienburger Schloss zu verlegen, denn seit der Erbteilung gehörte die Stadt zum Fürstentum Anhalt – Köthen.
Im 19. Jahrhundert gewann Nienburg mit seinem für das Herzogtum wichtigen Hafen an Bedeutung. So wurden über die Elbe und Saale u.a. Getreide und Wolle nach Hamburg oder sogar nach Übersee transportiert.
Wie sicherlich nur wenige wissen, war die Haupteinnahmequelle Nienburgs lange Zeit die Schafzucht. Der berühmte Köthener Baumeister Bandhauer errichtete daher 1827 seine bekannten klassizistischen Schafställe, die später auch in Askania Nowa (Ukraine) entstanden. Für diese Schafställe verwendete Bandhauer die Reste einer Hängebrücke, die er 1825 für die Nienburger über der Saale errichtete. Sie verschaffte ihm allerdings keinen guten Ruf, denn die Brücke stürzte bei ihrer Einweihung im selben Jahr in den Fluss und riss dabei viele Menschen mit in den Tod. Trotzdem hatte Nienburg für kurze Zeit die erste Schrägseilbrücke im Deutschen Reich.
Mit Einzug der Industrialisierung wurden zahlreiche Fabriken gegründet, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden, unter anderem drei Zementwerke, eine Zuckerfabrik und eine Kupfergießerei. Alsbald entwickelte sich Nienburg zur Schifferstadt und besaß mit der Zeit drei Werften, eine Schifferberufsschule und mehrere Schiffervereine. Mit der Weltwirtschaftskrise kam der industrielle Einbruch und viele Firmen und Werke verschwanden.

Nienburg (Saale) besteht nach der Gebietsreform seit 01.01.2010 mit den Ortschaften Altenburg, Borgesdorf, Gerbitz, Gramsdorf, Grimschleben, Jesar, Latdorf, Neugattersleben, Pobzig, Wedlitz sowie Wispitz und hat heute insgesamt ca. 7.300 Einwohner.

Wussten Sie, dass der Berliner Fernsehturm 1966-1969 mit bestem Nienburger Zement gebaut wurde?
 



Kalenderblatt vom 24.05.2012

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