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25.01.2012 - Mundarten - regionalen Sprachvarietäten in Anhalt

Die Region Anhalt mit ihrer eigenen MundartDie zahlreichen Regionen Deutschlands unterscheiden sich nicht nur in ihrer landschaftlichen Gegebenheit und den Menschen, die dort leben, so weisen auch starke Unterschiede in der deutschen Sprache auf. So ein Dialekt ist auch im ehemaligen Fürstentum „Anhalt“ zu finden, wobei sich diese Mundart wiederum in drei geografische Gebiete aufteilen lässt. Dessau-Köthen-Bernburg, Anhalt-Zerbst und die Harzregion Ballenstedt-Harzgerode. Der Dialekt im Dessau-Köthen-Bernburger Raum kann als eigene anhaltische Mundart bezeichnet werden. Sie setzt sich aus einer nordost-thüringischen und mark-brandenburgischen Mundart zusammen, jedoch mit dem hochdeutschen „ich“.

Schmunzeln Sie über eine doch recht gewöhnungsbedürftige Sprache in Form eines Gedichtes von Marcel Michaelis - ein echter Dessauer und Hobbyforscher, der sich mit dem Thema Mundarten aus Anhalt befasst. 


Unse Anhältsch                                                                          

Unse Anhältsch is keen Jift,
Nich in Wort un nich als Schrift.
Un hamm ma fremne Ohrn ze knawwern,
So tun mor ähm`nd in Anhalt schlawwern.

Unse Anhältsch is keen Jift,
S´ is noch keener dran jeschtorm.
Un ejal wo de Welt uns trifft,
Se bleiwet unse Uniform.

Unse Anhältsch is keen Jift,
Schpricht ooch dor Dudn jejn uns.
Jerade was`ses mir un mich betrifft,
So schlawwert Anhalts Hinz un Kunz.

Unse Anhältsch is keen Jift,
Un so wurres ooch immer bleim.
Drum is ejal mit was forn Schtift,
Mor werns uff Anhältsch schreim.

Wie se mich in Kopp jekommn.

For alle die ich hier vorjessn hawwe,
De Lewendjen wie ooch de Toten.
Ich trare de Mundart nich ze Jrawe,
Das hat dor ahle Wäschke mich vorboten.

(Marcel Michaelis)



Kalenderblatt vom 25.01.2012

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