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25.02.2012 - Die Explosionskatastrophe in der BAMAG Dessau

Anhalt wurde in seiner Vergangenheit oft von Katastrophen heimgesucht. So auch Anfang des 20. Jahrhunderts in Dessau.

Die Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG (BAMAG) entstand 1872 aus der Fusion des Berliner Unternehmens „Arendt & Beselin“ und der Firma „Oechelhaeuser & Blum“ aus Dessau.
In beiden Orten verblieb jeweils eine Maschinenfabrik, in Dessau dazu noch eine Grau- und Stahlgießerei. Heute läuft dieser Betrieb unter dem Namen „Anhaltisches Elektromotorenwerk Dessau GmbH“.

1914 wurde ein Teil der Dessauer BAMAG in die Kriegsproduktion mit einbezogen, indem man am Ende des Werkgeländes eine Granatenfüllstation für Artilleriemunition einrichtete.
Das benötigte Pulver sowie die Hülsen lieferten fremde Firmen, während in der firmeneigenen Station abgefüllt wurde. In der manuell betriebenen Anlage arbeiteten zu der Zeit etwa 400 Angestellte in 2 Schichten. Da die Füllstation ursprünglich nur für einen vorübergehenden Zeitraum geplant war, waren die Ausrüstung und die nötigen Sicherheitsmaßnahmen ziemlich primitiv und die Räumlichkeiten viel zu eng.

Am 18. Oktober 1918 sollte es dann zu einer Katastrophe kommen, die sicherlich diesen planlosen Umständen zu verdanken war.
Kurz nach 3:00 Uhr morgens explodierte die Füllstation mit einer gewaltigen Detonation bei der Eisenteile und menschliche Körper noch in einem Umkreis von 100 Metern gefunden wurden.
Während dieser Schicht waren 207 Arbeiter in dem Werksteil. 56 Leichen zumeist Frauen und Mädchen konnten geborgen und identifiziert werden. 32 weitere Menschen wurden nie gefunden. 84 Angestellte überlebten die Katastrophe mit schwersten Verletzungen.
Am 24. Oktober 1918 wurden die Toten auf dem Dessauer Friedhof III in einem Massengrab, welches heute noch existiert, beigesetzt.
Bis heute gibt es offiziell keine genaue Erklärung zur Ursache des Unglücks, damals vermutete man aber für die Öffentlichkeit eine Selbstentzündung.
An mangelnder Sicherheit soll es jedenfalls nicht gelegen haben.
 



Kalenderblatt vom 25.02.2012

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