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25.08.2012 - Eine Sage um das Schloss Plötzkau - Die spukende Nonne

Das Schloss in PlötzkauDer Begriff der Sage wurde durch die Gebrüder Grimm geprägt. Sie sprachen von der „Kunde von Ereignissen der Vergangenheit, welche eine historische Beglaubigung entbehrte“. Es handelt sich um eine Geschichtserzählung oder Überlieferung, die vom Erzählenden umgestaltet wurde. Übernatürliches und Unglaubhaftes werden hierbei zum Mittelpunkt der Erzählung.

Sagen um das Schloss Plötzkau gibt es viele, so auch die der „spukenden Nonne“.

„Bei Aderstedt dicht am Auenwald soll früher ein Kloster gestanden haben. Wenn das stimmt, ging es unter, ohne Spuren zu hinterlassen. Ein unheimlicher Geist allerdings, eine Spukgestalt, beunruhigte noch lange Zeit die Menschen. Wer von Plötzkau nach Aderstedt musste, ging bei Tageslicht. Denn nachts war es bei der rätselhaften Klosterstätte nicht geheuer. Aus dem Dunkel des Waldes nahte sie, die spukende Nonne. Unter Schreien und Kreischen sprang sie dem Wanderer auf den Rücken und peitschte ihn durch die Nacht. In panischen Schrecken jagte der Arme dahin, erdrückt beinahe von der unheimlichen Last. Erst wenn das Klostergelände hinter ihm lag, löste sich der Bann und der Spuk war zu Ende. Diese Spukgestalt soll der ruhelose Geist jener schönen jungen Kaufmannstochter gewesen sein, die auf Burg Pfuhle gefangen saß. Als die Burg in Trümmern sank, verwirrte sich ihr Verstand und sie floh davon. Der Graf von Plötzkau nahm sie auf und wollte sie gesund pflegen lassen. War es ihre verlockende Erscheinung? War es die Aussicht auf Lösegeld? Die schöne Kaufmannstochter blieb nun auf Burg Plötzkau eingesperrt, denn der Graf gab sie nicht zurück. Der Zustand der Unglücklichen verschlimmerte sich jedoch immer mehr. Der Graf hat sie wohl dann ins Kloster gebracht, wo sie nach kurzer Zeit verstarb. Der gequälte Geist des armen Mädchens allerdings fand im Grabe keine Ruhe, lange Zeit noch irrte er als Spukerscheinung in den Wäldern bei Plötzkau umher.“
 



Kalenderblatt vom 25.08.2012

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