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25.10.2012 - Samuel Heinrich Schwabe

Das Schwabehaus in Dessau-RoßlauAls ältester Sohn einer Arztfamilie wurde Samuel Heinrich Schwabe am 25. Oktober 1789 in Dessau geboren. Sein Vater war fürstlicher Leibarzt und seine Mutter stammte aus einer Apothekerfamilie. Nach dem Abschluss am Gymnasium absolvierte er eine Apothekerlehre bei seinem Großvater. Später studierte er ab 1809 in Berlin Pharmazie, Chemie, Botanik und Physik. Nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1811 übernahm er vom schwerkranken Großvater die Apotheke in Dessau. So unterstütze und ernährte er seine Familie, denn er hatte noch zehn weitere Geschwister. Schon in der Schule zeigte Schwabe seine Neigung zu den Naturwissenschaften, er gewann im Jahr 1825 ein Fernrohr in einer Lotterie und konnte seinen Interessen nun verstärkt nachgehen. Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, kaufte er sich von dem bekannten Physiker Joseph von Frauenhofer ein gutes Fernrohr mit besserer Ausstattung. Das heutige „Schwabehaus“ in der Johannisstraße Nr. 18 erwarb er aus dem Erlös des Verkaufs des Elternhauses samt Apotheke im Jahr 1829. Hier konnte er sich ganz seinen Interessen widmen und errichtete in seinem Haus ein kleines Observatorium im Dachgeschoss ein. Dort führte er fast 43 Jahre lang astronomische Beobachtungen durch, welche er stets protokollierte. Alexander von Humboldt wurde durch seine veröffentlichten astronomischen Beiträge auf ihn aufmerksam und besuchte Schwabe im Jahr 1833. Ein zwei Bände umfassendes Werk über die Pflanzenwelt Anhalts veröffentlichte er 1838 und besaß eine Sammlung von getrockneten Pflanzen mit mehr als 3350 Belegen aus den Parkanlagen Dessaus. Zum Teil brachte er sie auch von seinen Auslandsaufenthalten mit. Diese Sammlungen kann man heute im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte bestaunen. Seinem Freund, Alexander von Humboldt, verdankte er die Lehrstelle am Fürstenhaus. Dort lernte er seine damalige Frau, welche dort als Erzieherin tätig war, kennen. Das Paar heiratete 1841.
Seine exakte und genaue Arbeitsweise bei meteorologischen Beobachtungen und seine ausdauernde Arbeitsweise verhalfen ihm zu regelmäßigen Veröffentlichungen im Anhaltischen Staatsanzeiger. Samuel Heinrich Schwabe war bei der Gründung des “Naturhistorischen Vereins“ in Dessau am 27. März 1840 ein aktives Mitglied. Seine größte Entdeckung war die elfjährige Sonnenfleckenperiodizität. Er hatte als aktiver Abgeordneter verschiedene Ehrenämter, z. B. bei der bürgerlichen Fraktion in Dessau, inne. Schwabe erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen, er wurde Mitglied der “Royal Astronomical Society“ London und erhielt 1857 die “Große Goldene Medaille“. Samuel Heinrich Schwabe starb am 11. April 1875. Sein Grab befindet sich auf dem historischen Friedhof in Dessau. Seine wissenschaftlichen Geräte hinterließ er dem Dessauer Herzoglichen Gymnasium. Der Verein „Schwabehaus e.V.“ wurde 1998 gegründet, um den Abriss des Hauses zu verhindern. Die ca. 60 Mitglieder konnten eine Sanierung erfolgreich abschließen. Der Verein wurde am 13. März 1997 im Walter-Gropius-Gymnasium gegründet. Das Ziel der Bemühungen ist die “Wahrung historischer Aufarbeitung, die Pflege und Publizierung des Erbes“ von Samuel Heinrich Schwabe zu erhalten.
 



Kalenderblatt vom 25.10.2012

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