HomeStartseiteKalenderblätter

25.11.2012 - Die Frauenrechtlerin Jenny Hirsch

Jenny Hirsch wurde am 25. November 1829 in Zerbst geboren. Ihre Eltern waren der angesehene jüdische Kaufmann Jakob Hirsch und Bertha Elkisch Bendix. Jenny Hirsch und ihre Geschwister wurden von ihrer Großmutter aufgezogen, da ihre Mutter sehr früh starb. Sie erhielt eine gute Allgemeinbildung durch den Besuch an einer „Höheren-Töchter-Schule“, welcher für sie mit 15 Jahren endete. Sie pflegte ab 1844 ihren Vater. Als Magd verdiente sie sich durch den Verkauf von Handarbeiten den Lebensunterhalt und führte den elterlichen Haushalt. Um später mühelos Fach- und Unterhaltungsliteratur übersetzten zu können, lernte Jenny Hirsch nachts. Durch die Märzrevolution verschlechterte sich ihre Lage. Sie eröffnete eine Elementarschule in Zerbst, die Jungen und Mädchen unterschiedlicher Religionen offen stand. Sie selbst wurde sehr religiös erzogen. 1860 trat sie der Redaktion der Berliner Damen- und Modezeitschrift „Der Bazar“ bei und blieb ihr als freie Journalistin bis 1864 verbunden. Als Gründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) nahm sie 1865 an der ersten Frauenkonferenz in Leipzig teil. Dieser war der erste Frauenverein und sie begleitete ihn mit zahlreichen Artikeln. Den „Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechtes„ gründete sie 1866. Dort war sie die einzige Frau im Vorstand. Jenny Hirsch gilt nach dieser Gründung als Anführerin des weiblichen Journalismus und der organisierten Frauenbewegung. 1869 übersetzte sie das in England erschienene Buch „Subjection of women“ in die deutsche Sprache. Unter dem Titel „Die Hörigkeit der Frauen“ erregte das Buch großes Aufsehen in Preußen.
1882 begann sie mit dem Schreiben von eigenen Werken, welche meist von Verbrechen und „starken Frauen“ handelten. Damit unterstrich sie ihre Forderung nach der Verbesserung der Lebenssituationen der Frauen. Bis zu ihrem Tode setzte sie ihre journalistische Arbeit fort. 
In ihren letzten Lebensjahren erblindete Jenny Hirsch allmählich und verstarb in Berlin am 10. März 1902.
Es sollte noch weitere 16 Jahre dauern, bevor das Wahlrecht für Frauen in Deutschland Einzug hielt.

Beispiele ihrer Werke: „Fürstin Frau Mutter“, „Schlangenlist“ und „Der Väter Schuld“.


 



Kalenderblatt vom 25.11.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen