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27.02.2012 - Plötzkau – Deutschlands kleinstes Fürstentum

Schloss in PlötzkauDer Name „Plötzkau“ stammt vom altsorbischen Plot, was so viel bedeutet wie "eine durch einen Zaun oder Hecke befestigte Ansiedlung". Und tatsächlich gab es schon in sehr frühen Jahren das heutige Unterdorf und die Schloßstraße, die durch Hecken abgegrenzt waren. Das vormals kleinste Fürstentum in Deutschland, mit seinen 40 Quadratkilometern Größe und seinen 2000 Einwohner, wurde erstmals 1049 urkundlich in sächsischen und Magdeburger Analen erwähnt.
Im Zusammenhang mit dem Ort Plötzkau fand auch die Höhenburg 1149 erstmals Erwähnung. Bis ins 15. Jahrhundert war die Burg ein Rittersitz, bevor sie 1566 bis 1573 in ein Renaissanceschloß umgebaut wurde.
Nur kurz von Graf Bernhard I. und seinen Nachfolgern regiert, starb diese Linie 1147 mit dem frühen Tod von Konrad II. und Bernhard II. aus. 
Der Sage nach beeinflussten zauberkundige Zwerge das Geschehen zur damaligen Zeit. So ist der frühe Tod darauf zurückzuführen, dass ihr Vater Helprich den Zwergen ein kostbares Wunderhorn entrissen hat und es trotz eines düsteren Orakels der Zwerge behielt.

Der Askanier Albrecht der Bär übernimmt 1152 Plötzkau und herrscht hier bis zu seinem Tode. Nachfolger wird sein Sohn Bernhard, Graf von Anhalt.
Schließlich übernahm 1435 der Fürst von Anhalt-Bernburg die Höhenburg in seinen Besitz. Keine 100 Jahre später ist Plötzkau Teil des souveränen Fürstentums Anhalt-Köthen-Plötzkau und erhält 1623 sogar eine eigene Armee.
August von Anhalt–Plötzkau regierte das kleinste Fürstentum Deutschlands als absoluter Herrscher. Er regelte die Verwaltung, prägte Münzen, belehnte die Untertanen und hielt Gericht über Leben und Tod.
Leider blieb auch Plötzkau nicht vom 30jährigen Krieg verschont, verbunden mit Verwüstung, Raub, Qual, Schande und Mord ließ sich das spanische Avendanoesche Reiterregiment in Plötzkau nieder. Nur durch Diplomatie gelang es Fürst August, die Burg vor dem Niederbrennen zu retten. Nach dem Tod des Fürsten 1653 herrschten drei der acht Söhne von August gemeinsam in Plötzkau. Danach erlosch das  Fürstentum Anhalt–Plötzkau und Nachfolger wurden die Fürsten Friedrich und Wilhelm von Harzgerode-Bernburg, bis zum Tode von Wilhelm im Jahre 1709. Zu dieser Zeit fiel Plötzkau als Amt an Anhalt–Bernburg zurück.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Plötzkau zu einem Gutdorf mit landwirtschaftlichen Betrieben und großen Bauernhöfen. Es wurden Vieh- und Jahrmärkte auf dem Schloss und später auch im Ort abgehalten und es entwickelten sich Traditionen wie die herbstliche Pflaumennachlese, die mit einem großen Pflaumenkuchen backen verbunden war. So entstand der Pflaumenkuchenmarkt.
Das Schloss erlebte in der Zeit von 1841 bis 1884 als eine Straf- und Besserungsanstalt für „Trunkenbolde, Landstreicher und arbeitsscheue Elemente“ keine prunkvolle Zeit und wurde nach dem 2. Weltkrieg bis Mitte der 70 Jahre auch als Wohngebäude genutzt. Später begannen Erhaltungs- und Sicherungsarbeiten und nach der Wende die Restaurierung der Schlossanlage, die zu den bedeutendsten Renaissancebauten in Sachsen–Anhalt gehört.
 

 



Kalenderblatt vom 27.02.2012

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