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27.07.2012 - Riesigk - ein Dorf bietet allerlei Interessantes

Riesigk Hochwasser 2002 - Blick vom Kirchturm nach NordenRiesigk befindet sich im Biosphärenreservat Mittelelbe und ist ein Ortsteil der Stadt Oranienbaum-Wörlitz. Durch die Eiszeit und das vorherrschende Klima in den letzten Jahrtausenden entstanden zwischen dem Fläming und der Dübener Heide Sumpfgebiete und Wasserlachen. Erst durch Deicharbeiten, Anlegen von Gräben und Ausholzen der Wälder, erzielte man die jetzige Kulturlandschaft.
Aus dem Althochdeutschen ist der Dorfname abzuleiten: ris = sumpf, feuchte Stelle und wich = Dorf. Der Ursprung von Riesigk ist ungewiss, aber es wird vermutet, dass der Ort auf slawische Siedlungen vor dem 10. Jahrhundert zurückgeht. Erstmals wurden Riswig und Czeynitz im Jahre 1200 urkundlich erwähnt, nachdem sie der Pfarrei Wörlitz geschenkt wurden. 1603 gingen sie in Besitz des regierenden Fürsten von Anhalt über.
Im Jahre 1734 begannen die allerersten Deichbauten. Bis 1882 wurden die Dorfbäckerei, das Wallwachhaus und eine Schule errichtet. Am Ortseingang in Richtung Wörlitz errichtete Georg Christoph Hesekiel, Baudirektor im Fürstentum Anhalt-Dessau, eine Kirche im gotischen Stil. In der Kirche befindet sich eine Gruft, in der die Gebeine der Schwester des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Agnes von Loen, ruhen. Die Glocke aus der ehemaligen Holzkirche von 1745, welche leider wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, wurde hier wieder verwendet. Die Riesigker Kirche wurde 1998/2000 mit Fördergeldern des Denkmalschutzes restauriert. Die Fenster, der Turm, die Fassade und das Dach wurden originalgetreu instand gesetzt.
In dem kleinen Dorf mit weiten Wiesen gibt es noch weitere interessante Dinge zu entdecken. Am ehemaligen Dorfteich steht ein Kriegerdenkmal, Teile eines restaurierten Fachwerkhauses sind in der Dorfmitte vorhanden und es soll einen Grenzstein Nr.228 mit einer Inschrift H.A.D. (für Herzogtum Anhalt-Dessau) und KP (= Königreich Preußen) geben, dessen genauer Standpunkt jedoch unklar ist. In einem kleinen Wäldchen mitten auf einem Feld zwischen Riesigk und Rehsen befindet sich eine Gruft mit den Überresten vom Förster Johann Wöpke und dessen Vater, dem Deichbaumeister und Förster Wilhelm Leopold Wöpke.
Bekannt durch die Medien wurde Riesigk im August 2002 als nach dem Deichbruch bei Rehsen das gesamte Gebiet geflutet wurde. Heute zehn Jahre später, erinnert nichts mehr an diese Katastrophe. Fährt man durch Riesigk, sieht man das typische Dorfleben, viele Koppeln mit Tieren und große saubere Höfe.



Kalenderblatt vom 27.07.2012

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